Angedacht vom 27.05.2019

Uns schickt der Himmel
Unter diesem Motto waren vergangene Woche deutschlandweit bei der 72-Stunden-Aktion 160.000 Jugendliche aktiv. Diese Aktion wird von den katholischen Jugendverbänden organisiert. Auch unsere Firmlinge und Ministranten waren mit dabei und haben in 72 Stunden einiges auf die Beine gestellt. So beschäftigte sich die Gruppe aus Weinstadt mit dem Insektensterben und stellte Insektenhotels her und in Remshalden entstanden bei der Kirche St. Michael ein Labyrinth und ein Gebetsgarten.
72 Stunden – weit weg vom Unendlichen, wie wir es bei der Remstalgartenschau feiern, aber ein wichtiges Zeichen von christlichem Miteinander und Füreinander.
Seinen Glauben zu leben, sollte für uns Christen dazu gehört. Da braucht es hin und wieder Aktionen, die medienwirksam sind, die die Öffentlichkeit berühren und aufwecken. Aber seinen Glauben zu leben, geschieht schon im Kleinen, im Verborgenen. Dann, wenn ich anderen mit Respekt begegne, ihnen ein Lächeln und ein nettes Wort schenke. Da gibt es viele Möglichkeiten seinen Glauben zu leben und die Botschaft Jesu in die Welt zu tragen.
Der Abschluss der 72-Stunden-Aktion war das Pilgern zum #entdeckerweg. Gemeinsam mit den anderen Kirchengemeinden gab es dort einen Abschlussimpuls.
Dieses hat gezeigt, dass wir als Christen auch unsere Stimme erheben müssen, um gehört zu werden. Die Welt und unser Umfeld sind so laut, dass wir sonst darin untergehen und keine Beachtung finden. Zum Handeln gehört auch das Wort. Auch wenn es hin und wieder etwas lauter sein muss, damit man von anderen wahrgenommen wird.
Ihnen allen eine gesegnete Woche,
Ihr Gemeindereferent Frank Schien

 

Angedacht vom 20.05.2019

Europa – mon amour
1957 legten Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande mit dem Abschluss der Römischen Verträge den Grundstein für die Europäische Union.
Es war ein mutiger Schritt, zwölf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der Europa in ein einziges Schlachtfeld und einen riesigen Friedhof verwandelt hatte, der getan wurde.
62 Jahre danach kommt dennoch keine Euphorie und Freude auf – Europa wackelt. Solidarität bröckelt. Neue nationale Gräben tun sich auf. In Europa werden wieder Zäune gebaut. England steigt aus und andere Länder könnten folgen.
Jedes gemeinsame Projekt braucht eine gemeinsame Idee. Auch Europa! Die Baumeister der EU, Robert Schumann, Konrad Adenauer, Alice DE Gasperi, waren überzeugte Christen. Europa hat tiefe christliche Wurzeln. Zu seiner Geschichte gehören auch die römische und griechische Antike, Juden und Muslime, die Aufklärung und die Religionskritik.
Diese Mischung hat einen einzigartigen Wertekanon geschaffen: Respekt vor der Würde der menschlichen Person, Solidarität, Recht, Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie.
Die aktuelle Europa-Müdigkeit lässt diese Errungenschaften leicht vergessen: Die europäische Idee hat diesem von Kriegen zerrissenen Kontinent die seit Jahrhunderten längste Friedensperiode gebracht.

Angedacht vom 29.04.2019

Brannte uns nicht das Herz …
… dieser Satz hat mich in meiner Ausbildungszeit begleitet und erinnert mich an meine Beauftragung zum Gemeindereferenten. Er stammt aus der Emmausgeschichte. Diese haben wir am Ostermontag gehört und einige Gläubige haben sich auch zu Fuß auf den Weg gemacht, um diese Geschichte mitzuerleben.
Die Emmausjünger waren voller Trauer. Alle Hoffnung war nach dem Tod Jesu am Kreuz dahin. Der Sohn Gottes nur eine Seifenblase, die am Kreuz zerplatzte. Auf ihrem Weg von Jerusalem nach Emmaus gesellte sich ein weiterer Wanderer zu ihnen. Dieser erklärte ihnen, weshalb Jesus sterben musste, was für ein Sinn hinter der gefühlten Hoffnungslosigkeit steckte.
Ihre Trauer machte sie blind vor der Wirklichkeit. Denn dieser Wanderer war der auferstandene Jesus selbst. Erst als er mit ihnen das Brot brach, wie am letzten Abendmahl mit seinen Jüngern, gingen ihnen die Augen auf. Im selben Augenblick war Jesus verschwunden und die Emmausjünger sprachen den Satz: „Brannte uns nicht das Herz als er zu uns sprach“.
Wenn unser Herz für etwas brennt, dann stehen wir voll dahinter. Dann ist uns etwas wichtig.

Angedacht vom 01.04.2019

Camino
Der Camino, auch bekannt als Jakobsweg, führt ins spanische Santiago de Compostela.
In Deutschland führen viele Wege dorthin, die sich dann in Spanien zu einem Weg vereinen.
Ganz in der Nähe verläuft einer dieser Pilgerwege; der Abschnitt von Rothenburg ob der Tauber nach Rottenburg am Neckar.
Eine knappe halbe Tagesetappe war ich am vergangenen Samstag mit unseren Firmlingen aus der ganzen Seelsorgeeinheit „Remstaltor“ unterwegs – von der Schlosskirche in Winnenden bis zu St. Andreas in Endersbach. Mit 120 Personen fällt man da schon etwas auf oder „entschleunigt“ den Auto- und Radverkehr. Gemeinsam waren wir auf diesem alten Pilgerweg unterwegs, wie schon vor uns zig Tausende Menschen. Aber genauso ist jeder von uns allein unterwegs gewesen. Jeder muss seinen Lebensweg gehen, das kann niemand anderer übernehmen. Im Pilgern besteht die Chance sich auf Gott einzulassen, zur Ruhe zu kommen und über seinen Glauben und über sich nachzudenken.
Auch zwei Jünger Jesu waren unterwegs – nach Emmaus. Sie waren traurig und enttäuscht, denn Jesus wurde gekreuzigt und ist verstorben. Ein dritter Wanderer gesellte sich zu ihnen. Vor lauter Trauer und Sorge erkannten sie ihn nicht. Sie spürten zwar, dass etwas Besonderes vor sich ging, ihnen brannte das Herz, doch sie waren mit Blindheit beschlagen. Erst als Jesus mit ihnen das Brot brach, erkannten sie ihn.

Angedacht vom 18.03.2019

Confirmatio
Bei uns in der katholischen Kirchengemeinde beginnt zurzeit die Vorbereitung auf die Firmung im Oktober.
Auf evangelischer Seite sind die angehenden Konfirmanden schon in der heißen Phase, dort ist die Konfirmation im Mai.
Firmung und Konfirmation stammt vom lateinischen Wort „confirmatio“ ab und bedeutet „Bekräftigung“ und „Bestätigung“.
Auf der einen Seite setzen sich die Jugendlichen mit ihrem Glauben auseinander, vertiefen ihn, lernen vielleicht auch Neues, bisher Unentdecktes.
Auf der anderen Seite sagen sie JA zu ihrer Taufe. Bei der Taufe als Kleinkind konnten sie nicht mitreden. Ihre Eltern haben entschieden, dass sie Christinnen und Christen werden sollen.
Anders bei der Firmung und Konfirmation: Die Jugendlichen sagen bewusst JA zu ihrem Glauben und werden fester Bestandteil ihrer Glaubensgemeinschaft.

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