Angedacht vom 01.04.2019

Camino
Der Camino, auch bekannt als Jakobsweg, führt ins spanische Santiago de Compostela.
In Deutschland führen viele Wege dorthin, die sich dann in Spanien zu einem Weg vereinen.
Ganz in der Nähe verläuft einer dieser Pilgerwege; der Abschnitt von Rothenburg ob der Tauber nach Rottenburg am Neckar.
Eine knappe halbe Tagesetappe war ich am vergangenen Samstag mit unseren Firmlingen aus der ganzen Seelsorgeeinheit „Remstaltor“ unterwegs – von der Schlosskirche in Winnenden bis zu St. Andreas in Endersbach. Mit 120 Personen fällt man da schon etwas auf oder „entschleunigt“ den Auto- und Radverkehr. Gemeinsam waren wir auf diesem alten Pilgerweg unterwegs, wie schon vor uns zig Tausende Menschen. Aber genauso ist jeder von uns allein unterwegs gewesen. Jeder muss seinen Lebensweg gehen, das kann niemand anderer übernehmen. Im Pilgern besteht die Chance sich auf Gott einzulassen, zur Ruhe zu kommen und über seinen Glauben und über sich nachzudenken.
Auch zwei Jünger Jesu waren unterwegs – nach Emmaus. Sie waren traurig und enttäuscht, denn Jesus wurde gekreuzigt und ist verstorben. Ein dritter Wanderer gesellte sich zu ihnen. Vor lauter Trauer und Sorge erkannten sie ihn nicht. Sie spürten zwar, dass etwas Besonderes vor sich ging, ihnen brannte das Herz, doch sie waren mit Blindheit beschlagen. Erst als Jesus mit ihnen das Brot brach, erkannten sie ihn.

Angedacht vom 18.03.2019

Confirmatio
Bei uns in der katholischen Kirchengemeinde beginnt zurzeit die Vorbereitung auf die Firmung im Oktober.
Auf evangelischer Seite sind die angehenden Konfirmanden schon in der heißen Phase, dort ist die Konfirmation im Mai.
Firmung und Konfirmation stammt vom lateinischen Wort „confirmatio“ ab und bedeutet „Bekräftigung“ und „Bestätigung“.
Auf der einen Seite setzen sich die Jugendlichen mit ihrem Glauben auseinander, vertiefen ihn, lernen vielleicht auch Neues, bisher Unentdecktes.
Auf der anderen Seite sagen sie JA zu ihrer Taufe. Bei der Taufe als Kleinkind konnten sie nicht mitreden. Ihre Eltern haben entschieden, dass sie Christinnen und Christen werden sollen.
Anders bei der Firmung und Konfirmation: Die Jugendlichen sagen bewusst JA zu ihrem Glauben und werden fester Bestandteil ihrer Glaubensgemeinschaft.

Angedach vom 02.03.2019

Frei werden

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ hat der Kölner Faschingssänger Jupp Schmitz einst gedichtet. Für die faschingstreibende Zunft mag dies durchaus seine Richtigkeit haben.

Der Aschermittwoch markiert zwar das Ende von Fasching und Karneval, aber er ist auch ein Tag des Anfangs. Mit ihm beginnt die 40-tägige österlichen Bußzeit, die bis Karsamstag dauert. Die Zeit der Vorbereitung und Einstimmung
auf das Osterfest. Die Zeit der Umkehr und der Aufbrüche im eigenen Leben.

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt zur Schärfung unserer Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst, den Mitmenschen und der Schöpfung.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Einfachheit. Mit Wachsamkeit und Ehrlichkeit uns selbst gegenüber, versuchen wir unser Leben im Glauben zu erneuern. Diese Erneuerung kann für jeden etwas anderes bedeuten. Fastenzeit bedeutet: Sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Es geht darum: Frei zu werden von dem, was uns belastet und frei zu werden für Gott.
Der Text „Scherben“, den ich auf der Homepage der Pfarrei Purgstall/ Erlauf fand, drückt dies folgendermaßen aus:

Scherben

Fang den Tag von heute
nicht mit den Scherben von gestern an.

Der Tag von gestern,
alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei,
begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern!

Hat es Scherben gegeben?
Schlepp sie nicht mit dir herum!
Denn sie verletzen dich Tag für Tag,
und zum Schluss kannst du nicht mehr leben.

Es gibt Scherben, die wirst du los,
wenn du sie Gott in die Hände legst.

Es gibt Scherben, die kannst du heilen,
wenn du ehrlich vergibst.

Und es gibt Scherben,
die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegen lassen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie fei werden von dem was Sie belastet und so gesunden an Leib und Seele.

Ihr Diakon
Bernd-Günter M. Barwitzki,ofs

Angedacht vom 18.02.2019

Lachen
Die bekannte Feldrede Jesu im Lukasevangelium hat es schon in sich.
Von der Feindesliebe ist da die Rede. Meine Feinde soll ich lieben? Meine andere Wange soll ich hinhalten, wenn ich auf die eine Wange geschlagen werde?
Bei solch einer Anforderung kann einem schnell das Lachen vergehen. Wie soll ich das schaffen? Wie soll das gehen, ohne dass ich im Leben untergehe? Ohne dass sich andere mir gegenüber erhöhen und lachend auf mich blicken?
Diese Feldrede zeigt uns, was Gott uns Menschen alles zutraut. Auch wenn wir noch entfernt von einer Umsetzung der Feldrede sind, sind wir als Christen auf diesem Weg.
Ein Weg, der uns befreit.
Ein Weg, der Frieden schafft.
Ein Weg, der das Unmögliche möglich macht.
Wer an Gott glaubt darf fröhlich sein, darf lachen und sich freuen.
Hanns Dieter Hüsch hat dies sehr schön in einem Gedicht festgehalten:
Ich bin vergnügt, erlöst, befreit,
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.
Was macht, dass ich so fröhlich bin?
- Ich sing und springe her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.
Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
- Es kommt ein Geist in meinen Sinn
will mich durchs Leben tragen.
Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
- Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt."
Fröhliche, befreite, unbeschwerte und närrische Tage wünscht Ihnen
Ihr Gemeindereferent Frank Schien

Angedacht vom 04.02.2019

Sei still

Wer von uns hat einen solchen Ausruf noch nie gehört oder gedacht?
Immer mehr Menschen suchen Besinnung und Entschleunigung. Je schnelllebiger die Zeit wird, desto größer ist das Bedürfnis nach einem bewussten Rückzug aus dem Alltag. Die Tourismusorganisationen reagieren. Auf der CMT in Stuttgart wurden spirituelle Reisen, Pilgerwege oder „digital detox“ („digitale Entgiftung“) angeboten.
Sei still – Menschen suchen Ruhe im Umfeld oder in sich selbst.
Aber Stille ist mehr als sich ausruhen. Ein Bild macht dies deutlich: Solange das Wasser im See unruhig ist, sieht man nicht auf den Grund. Erst wenn es sich langsam beruhigt und immer stiller wird, kann man mehr und mehr auf den Grund schauen. Man sieht immer klarer.

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