Angedacht vom 07.10.2019

Frauen.Männer.Macht.Kirche.Erneuerung

„Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt“, singen wir in einem Lied.
Es regt sich Widerstand in der katholischen Kirche. Das ist prinzipiell nichts Neues. Neu ist die Wucht, mit der nicht nur, aber vor allem Frauen Veränderungen einfordern. Nach dem Missbrauchsskandal stellen sich verstärkt Fragen nach der Struktur und damit der Machtverteilung. Massiv kritisiert werden nicht nur von Frauen die Aufrechterhaltung des Pflichtzölibats für Diözesanpriester sowie der Ausschluss von Frauen von allen Weiheämtern.
Frauen im Gefolge Jesu. Das wird von uns oft nicht wahrgenommen. Wir sehen Jesus meist nur von den zwölf Jüngern umgeben, und nicht diesen bunten Haufen von Frauen und Männern. Frauen im Gefolge Jesu, Frauen als seine Gesprächspartnerinnen, Frauen als seine Sponsoren, die ihm mit ihrer Habe dienen. (vgl.LK8,1-3). Und wenn man in die Apostelgeschichte schaut, finden wir unter den Gemeindeleitern und Diakonen etliche Frauen.
Es ist eigentlich schade, dass wir in der Kirche uns in der Frauenfrage weniger an Jesus orientieren, sondern uns erst bewegen, wenn der allgemeine gesellschaftliche Druck groß wird. Jetzt ist die Zeit, dass wir umdenken.
Ob es tatsächlich Reformbereitschaft gibt, wird sich am so genannten „Synodalen Weg“ zeigen, den die Deutsche Bischofskonferenz auf ihrer Vollversammlung im Frühjahr 2019 beschlossen hat und der am 1.Advent 2019 beginnen soll.

Angedacht vom 23.09.2019

Alle Jahre wieder …
… beginnt die Adventszeit im Sommer!
Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Vorweihnachtszeit hat schon längst begonnen.
Zumindest wenn man in Einkaufshäuser oder Baumärkte schaut.
In den Regalen stapeln sich Lebkuchen und Spekulatius oder im Baumarkt bekommt man keine Sommerware mehr, weil für den Weihnachtsmarkt aufgebaut wird. Und das Anfang September.
Ärgerlich!
Die Versuchung ist groß, jetzt schon „Weihnachten“ nach Hause zu holen, den Lebkuchen oder ähnliches zu essen und in Erinnerungen zu schwelgen.
Das geht mir genauso.
Doch wer wartet und sich erst kurz vor der Adventszeit mit Weihnachtsleckereien eindeckt, der schaut oft auf leere Regale.
Ein Dilemma!

Angedacht vom 09.09.2019

Anbetung Gottes – Heimweh der Seele nach ihrem Ursprung
Der Sonnengesang ( Strophe 1)
Der Sonnengesang ist der bekannteste Text des „Troubadours aus Assisi“ und zählt aufgrund seiner dichterischen Gestalt und seines Inhalts zur Weltliteratur. Er entstand in altitalienischer Sprache im Winter 1224/25 als Franziskus krank in einer Hütte bei San Damiano lag.
Dieses Gebet ist nicht nur eine Hymne auf Gottes gute Schöpfung, sondern fordert uns auch heraus in unserem Verhalten zur Welt und in der Annahme von Krankheit und Sterben.
Für die weltweite franziskanische Bewegung ist der Sonnengesang des hl. Franziskus ökologisches Leitbild.
Wenn wir unsere Verantwortung ernst nehmen, bedeutet dies, um es mit Papst Franziskus zu sagen, eine Veränderung unseres konsumorientierten Lebensstil hin zur Minderung des Ressourcenverbrauchs und zum Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität).
Erste Strophe:
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig , dich zu nennen.

Angedacht vom 26.08.2019

Ausmisten
Am vergangenen Sonntag war in der katholischen Leseordnung von einer „engen Tür“ die Rede. Im Lukasevangelium (Lk 13,22-30) wird Jesus von einem seiner Jünger gefragt, ob nur wenige gerettet werden. Daraufhin antwortet Jesus: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“
Nicht umsonst wird bei Veranstaltungen darauf geachtet, dass es genügend und vor allem breite Notausgänge gibt. Wenn diese fehlen, kann es bei einer Panik schnell zu einem Unglück kommen. Ich habe gerade die schrecklichen Bilder aus dem Jahr 2010 vor Augen, als es zu vielen Toten bei der Love Parade in Düsseldorf kam.
Und doch soll zum Reich Gottes eine enge Türe stehen? In Anbetracht der vielen Kirchenaustritte und der Abkehr vom Glauben braucht es vielleicht auch wirklich keine größere Tür.
Aber Jesus wollte sicherlich etwas anderes zu uns sagen:
Es ist nicht einfach, den Geboten Gottes zu folgen. Schnell ist man vom Weg abgekommen oder wir legen uns selbst Steine in den Weg und versperren uns den Eingang zum Reich Gottes.

Angedacht vom 05.08.2019

Aufbruch

In Gedanken versunken, oberhalb des Kloster Einsiedeln auf einer Bank sitzend beobachtete ich die Pferde auf der Koppel und die herumtollenden Fohlen. Meine Gedanken führten mich durch Raum und Zeit. Natürlich erlebte die Kirche über die Zeit ihres Bestehens immer wieder viele Änderungen und Neuerungen.
Gerne bin ich ein Teil der weltumspannenden katholischen Weltkirche. Die Eucharistiefeier ist ein religiöser Höhepunkt und ich leide unter dem schlechten Image meiner Kirche. Der Buchdeckel des Buches „Mut zum Sein“ von Paul Tillich auf meinen Knien ist längst zugefallen und meine Gedanken beginnen ins Ungewisse zu springen.
Nach den Finanzskandalen, nach Machtmissbrauch, nach fortgesetzter Diskriminierung von Frauen, nach den Verbrechen der sexuellen Gewalt hat die Kirche ihre Glaubwürdigkeit bei vielen Menschen verloren.
Es ist höchste Zeit zum Aufbruch. Um es mit der Vision des Hl. Franziskus zu sagen, der Jesus Stimme hörte, als er vor einem Kreuz betete: „Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her!“ Das Träumen beginnt:
Papst Franziskus lässt ultraorthodoxe Traditionalisten links liegen. Die Amazonas – Synode entscheidet regional und subsidiär. Meine Kirche zeigt sich neu als vielfältige Gemeinschaft, die miteinander auf dem Weg ist, die Zuversicht, Vertrauen und Hoffnung ausstrahlt, die Wegweiser zu Gott und den Menschen ist und die Begeisterung und Freundschaft für das Leben weckt. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben (Joh.10)“
Mitten im dritten Vatikanischen Konzil verkündet Papst Franziskus die Weihe bewährter Männer zu Priester, Frauen werden zu Diakoninnen und später zu Priesterinnen geweiht, Laien werden Gemeindeleiter.

© 2017 chimarketing.de - All Rights Reserved.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
zur Datenschutzerklärung Verstanden Ablehnen