Angedacht vom 27.01.2020

Jesus der Clown?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich die Wochen nach dem Dreikönigstag etwas unruhig werde. Als Oberschwabe und dort mit der schwäbisch-alemannischen Fasnet aufgewachsen, habe ich diese wohl schon in der Muttermilch aufgesogen und sie gehört zu mir, wie meine Brille oder mein Bart. Nachdem in diesem Jahr in Bad Cannstatt das „Große Narrentreffen“ stattfand, lag es nahe, dass wir einen Jugendgottesdienst feiern wollten, in dem das Thema Fasching und Narretei in irgendeiner Form drin vorkommen sollte. Bei diesem närrischen Jugendgottesdienst besuchte uns dann ein Clown. Zuerst putzte er den Leuten die Schuhe, er meinte, er verrichte einen Dienst an den Menschen. Sie sollten so motiviert werden, es ihm nachzutun. Danach verteilte er Bonbons an die Kinder. Welch eine Freude. So wollte er uns zeigen, dass das Teilen, auch wenn man nicht viel besitzt, immer möglich ist. Danach nahm er die Zeigefinger einzelner Personen und legte sie vor deren Mund. Wollte er sie zum Schweigen bringen? Nein – nicht ganz. Nur zum Schweigen, wenn sie übereinander reden und tuscheln.

Angedacht vom 16.12.2019

Alle Jahre wieder …
… kommt das Christuskind.
Wenn ich meine eigenen Kinder beobachte, aber auch die Kinder in der Schule und im Kindergarten, dann bemerke ich, dass beim Thema Weihnachten die Kinderaugen anfangen zu leuchten.
Die Weihnachtsgeschichte wird fasziniert aufgenommen, die Lichter am Adventskranz und den Christbäumen zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Kinder und die Advents- und Weihnachtslieder werden lange vor und nach der Weihnachtszeit noch gerne gesungen.
Viele Kinder können es kaum erwarten, bis wieder Weihnachten ist.
Alle Jahre wieder – immer wieder verzaubert von Weihnachten.
Alle Jahre wieder – kann aber auch zu viel sein. Immer dasselbe, immer dieser Weihnachtsstress.
Alle Jahre wieder – kenne ich doch schon.

Angedacht vom 18.11.2019

 „Ich denk an dich!“
Kommendes Wochenende findet in der Diözese Rottenburg-Stuttgart der Jugendsonntag statt. An vielen Kirchengemeinden wird an diesem Tag ein Jugendgottesdienst gefeiert. Der letzte Sonntag im Kirchenjahr, der Christkönigssonntag, ist seit vielen Jahren für die Jugend reserviert.
Unter dem Motto „Keine Sorge: Ich denk an dich!“ feiern die Jugendlichen und auch die „jung Gebliebenen“ einen Gottesdienst.
„Ich denk an dich!“ – An wen denke ich?
„Ich denk an dich!“ – Wer denkt an mich?
Zwei Fragen, die uns umtreiben können und die unser Leben und unser Miteinander beeinflussen.
Bin ich nur auf mich fixiert, sind mir andere egal? Oder nehme ich Anteil am Leben anderer? Sind andere mir wichtig?
Genauso andersherum: Denkt jemand an mich? Bin ich für andere wichtig? Oder muss ich allein durchs Leben gehen?

Angebdacht vom 21.10.2019

„Unendlich glauben“ …
… unter diesem Motto waren die Kirchen im Remstal seit Mai auf der Remstalgartenschau unterwegs.
Viele Gottesdienste und Veranstaltungen zeugten von einem lebendigen Glauben, der zahlreiche Menschen erreichen kann.
So strömten z.B. viele Besucher zur Nacht der offenen Kirchen Anfang Oktober und nutzten die vielfältigen Angebote.
Die Remstalgartenschau ist seit letztem Wochenende Geschichte. Aus und vorbei. Was aber bleibt, neben schönen Erinnerungen, ist unser Glaube.
„Unendlich glauben“ endet nicht mit der Gartenschau, sondern geht, wie der Name schon verrät, unendlich weiter.
Gewiss, Zweifel und Unsicherheiten kommen immer wieder vor. Wenn ich mich damit aber beschäftige, dann kann mein Glaube wachsen und gedeihen.

Angedacht vom 07.10.2019

Frauen.Männer.Macht.Kirche.Erneuerung

„Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt“, singen wir in einem Lied.
Es regt sich Widerstand in der katholischen Kirche. Das ist prinzipiell nichts Neues. Neu ist die Wucht, mit der nicht nur, aber vor allem Frauen Veränderungen einfordern. Nach dem Missbrauchsskandal stellen sich verstärkt Fragen nach der Struktur und damit der Machtverteilung. Massiv kritisiert werden nicht nur von Frauen die Aufrechterhaltung des Pflichtzölibats für Diözesanpriester sowie der Ausschluss von Frauen von allen Weiheämtern.
Frauen im Gefolge Jesu. Das wird von uns oft nicht wahrgenommen. Wir sehen Jesus meist nur von den zwölf Jüngern umgeben, und nicht diesen bunten Haufen von Frauen und Männern. Frauen im Gefolge Jesu, Frauen als seine Gesprächspartnerinnen, Frauen als seine Sponsoren, die ihm mit ihrer Habe dienen. (vgl.LK8,1-3). Und wenn man in die Apostelgeschichte schaut, finden wir unter den Gemeindeleitern und Diakonen etliche Frauen.
Es ist eigentlich schade, dass wir in der Kirche uns in der Frauenfrage weniger an Jesus orientieren, sondern uns erst bewegen, wenn der allgemeine gesellschaftliche Druck groß wird. Jetzt ist die Zeit, dass wir umdenken.
Ob es tatsächlich Reformbereitschaft gibt, wird sich am so genannten „Synodalen Weg“ zeigen, den die Deutsche Bischofskonferenz auf ihrer Vollversammlung im Frühjahr 2019 beschlossen hat und der am 1.Advent 2019 beginnen soll.

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