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Angedacht vom 02.10.2017

Polyglott
Da in Stuttgart mir noch viele Wege unbekannt sind, muss ich bisweilen freundliche Mitmenschen nach dem Weg fragen. Und da gehe ich deduktiv vor. Schwäbisch - stuttgarterisch aussehende Menschen frage ich eher, da ich denen unterstelle, dass sie sich auskennen. Und so landete ich kürzlich bei einem Ehepaar, das in dieses Raster passte. Mann mit Bäuchle (wo kann man besser essen als bei uns), Frau im gepflegten Kleid (welche Frauen sind gepflegter als die Schwäbinnen). Als ich im Stuttgarter – Hochschwäbisch fragte, bekam ich keine Antwort. Denn das Paar stammte aus Grossbritannien und sie waren gerade hier im Urlaub. In der Nähe aber stand ein Mann aus Schwarzafrika (meinte ich jedenfalls) - der hörte auch meine Frage und der sagte: „Hanoi, des isch gar et schwer, die Stros isch glei ums Eck Sia missat blos weiter vor und dann rechts“. Bei diesem freundlichen Menschen handelte es sich nicht um einen hoch sprachbegabten Nigerianer (denn welcher Dialekt ist anspruchsvoller als der Schwäbische), sondern um einen waschechten gebürtigen Stuttgarter. Die Moral von der Geschichte ist einfach.

Man kann heute eben nicht mehr vom Aussehen auf die Sprachkenntnisse schliessen. Die Welt ist mittlerweile viel grösser und bunter geworden, als wir uns das früher vorstellen konnten- und besonders in Stuttgart hört man heute sehr viele verschiedene Sprachen. Auf der Königstrasse fühle ich mich an die Strasse in Jerusalem zur Zeit der Apostel beim Pfingstfest erinnert. Da waren die Strassen auch ausgefüllt mit Menschen aus aller Herren Länder. Das hätte eigentlich den braven Aposteln gehörig Angst machen müssen, denn Galiläer waren damals in Israel das, als was man heute Hinterwäldler bezeichnet. Die konnten nicht einmal sauberes Hochhebräisch. Und doch- so schreibt Lukas- sprachen sie ohne Angst und sehr beredt. Sie hatten ja den Geist in Form der Zungen empfangen. Und im Griechischen Urtext ist das Wort „Glossa“ zugleich das Wort für Zunge und Sprache. So war der Geist ein polyglotter Dolmetscher für die Apostel. Erstens beseitigte er die klassischen Sprachbarrieren. Aber zweitens die „Sprachbarriere“ der Angst aufgrund des sich Fremd- und Unverstanden Fühlens. So kann ich aber sagen: Nie war der Geist so wichtig wie heute. Damit wir uns nicht vor den Veränderungen fürchten sondern merken. Der liebe Gott spricht viele Sprachen. Nicht zuletzt durch uns- wenn wir IHN darum bitten. Pfingsten sei überall. Angst raus. Freude rein.
Es grüsst Sie Ihr Polyglotter Ludwig-F. Mattes

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