Hauffweg 7
73630 Remshalden-Grunbach 
 
Telefon: 07151/72514
Fax: 07151/71535
 eMail: StMichael.Remshalden@drs.de

Angedacht vom 06.11.2017

Freiheit
Die letzten Tage und Wochen ist das Wort „Freiheit“ überall präsent! Für die Freiheit, für unsere Freiheit wird demonstriert. Die Pressefreiheit wird bestärkt, ebenso die Meinungsfreiheit.
Die Freiheit, die sich Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten bei uns erhoffen und sich für ihr Land wünschen, wird zum einen vorbildlich mitgetragen und unterstützt, zum anderen wird aber auch dagegen angegangen, demonstriert und protestiert.
„Freiheit“ – ein Wort, das nicht so leicht zu definieren ist. Ein Wort, das viele unterschiedliche Assoziationen in den Menschen hervorruft. Jeder verbindet andere Gedanken und Träume damit.
Was fällt Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, spontan zu dem Begriff „Freiheit“ ein?
Lassen Sie sich ruhig etwas Zeit und machen Sie sich gegebenenfalls Notizen.
Manchem von Ihnen kommt vielleicht das Bild eines Berggipfels, der weite Blick in die Ferne vor Augen. Kein Hindernis ist im Weg. Der Blick ist unbegrenzt!
Oder Sie fliegen gerade durch die Luft, nichts hindert Sie daran.
„Freiheit“ wird oft mit „Grenzenlosigkeit“ gleichgesetzt. Alles ist möglich, es gibt keine Verbote, keine Regeln, jeder kann und darf das machen was er will!
Als Eltern schrillen bei Ihnen sicherlich gleich die Alarmglocken! Kinder und Jugendliche brauchen ihre Grenzen, sie brauchen Regeln, um sich entwickeln zu können. Ganz ohne geht es nicht. Das merke ich immer wieder im Religionsunterricht. In der Schule und auch zu Hause wird aber auch deutlich, dass die Kinder und Jugendlichen diese Grenzen suchen und auch wollen.

Wir haben es irgendwie im Gespür, dass wir Regel und Gesetze brauchen.
Deshalb kann Freiheit nicht grenzenlos sein!
Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beschnitten wird!
Das heißt nicht, dass ich immer wieder zurückstecken muss, damit die Freiheit der anderen ausgelebt werden kann, nein, sondern es ist ein Geben und Nehmen, ich muss mit den anderen im Dialog bleiben!
Im Galaterbrief (5,1) schreibt Paulus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!“ Paulus zeigt den ersten (hellenistischen) Christen auf, dass sie frei sind von den jüdischen Gesetzen, ebenso sind sie nicht mehr an die Pflichten und Lasten ihrer ehemaligen (heidnischen) Kulte gebunden. Sie sind frei!
Paulus kann dies sagen, weil er fest daran glaubt und darauf vertraut, dass Gott die Menschen jeder Nation und jeder Religion schon „richtig gemacht“ hat.
Haben wir dieses Gottvertrauen? Was bedeutet uns unsere Religion noch? Ist Gott wichtig für uns? Ist uns unser Glaube egal?
Viele sind getauft, aber spiegelt sich das auch im Leben wider?
Wer kennt sich in seinem christlichen Glauben noch aus?
Wie kann ich dann mit anderen Religionen in den Dialog gehen und friedlich mit einander Leben? Bevor wir auf andere zeigen, bevor wir gegen andere demonstrieren und unser Wort gegen andere erheben, müssen wir an uns arbeiten!
Lassen wir uns nicht von der Angst, die andere verbreiten, anstecken, sondern leben wir in „Freiheit“, in einem Gottvertrauen, das das Zusammenleben mit anderen Religionen und Kulturen erleichtert, wenn nicht sogar ermöglicht!
Ihr Gemeindereferent Frank Schien

© 2017 chimarketing.de - All Rights Reserved.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
zur Datenschutzerklärung Verstanden Ablehnen