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Angedacht vom 26.03.2018

(Ohn)mächtig
Jeder Tag bringt mich an den Rand der Ohnmacht und zum Teil darüber hinaus.
Jeder Tag bringt immer neue Schreckensnachrichten. Seien es die Kriege, der Terror, die Hunger- und Naturkatastrophen, …
Jeder Tag bringt neue erschütternde Ereignisse. Ereignisse, die den Ruf nach GOTT und dem WARUM wecken.
Wie kann Gott all das zulassen? Warum greift er nicht ein? Kann es überhaupt einen Gott geben? Fragen, die in diesen Tagen häufig gestellt werden. Genauso häufig suchen die Menschen auch in den Kirchen nach Antworten, nach Hoffnung und nach Trost. Viele entdecken das Gebet wieder neu, viele zünden eine Kerze an.
Der Karfreitag ist der Tag der Trauer, der Tränen und der Klagelieder in unseren christlichen Kirchen. Die Glocken verstummen, die Orgel bleibt stumm. Der Gottesdienst ist so schlicht wie an keinem Tag sonst im Jahr, zumindest von katholischer Seite her.
Am liebsten würden wir solche Trauertage abschaffen, denn wer hat die guten, heiteren und unbeschwerten Tage nicht lieber?
An Karfreitag erinnern wir uns aber an den Tod Jesu am Kreuz. Und genauso können wir an diesem Tag die Erinnerung an die vielen Toten der Welt hineinnehmen.
Wir können und dürfen die Toten von Krieg, Terror, Gewalt, Unfällen und Naturkatastrophen in unsere Klagelieder hineinnehmen und fragen: WARUM?
Aus unserem Glauben heraus wissen wir, dass Jesus von den Toten aufersteht, weshalb dann den Karfreitag bewusst feiern? Weshalb die Trauer und die Stille aushalten? Es wird doch alles gut!
Das stimmt! Es wird alles gut! Bei Jesus wissen wir es. Genauso bei uns, dennoch begleitet uns viel Trauer und Schmerz in unserem Leben. Sei es der Tod eines Menschen, eine Krankheit, die uns selbst oder andere Menschen belastet und quält.

Deshalb ist es wichtig, den Karfreitag bewusst zu erleben. Die Trauer und die Stille auszuhalten. Im Wissen, das alles gut wird. So dass wir die Hoffnung mit in unseren Alltag nehmen können, dass diese Zusage Gottes auch für uns gilt. Auch wenn wir kein Ende der Trauer und der Schmerzen erkennen können und auch keine uns heute einleuchtende Antwort auf das WARUM bekommen.
Jesus ließ sich voller Vertrauen in die Hände seines Vaters fallen. Sein Glaube befreite ihn vor so mancher Angst und den vielen erdrückenden Fragen nach dem WARUM. Auch wir können und dürfen uns in die Hände Gottes fallen lassen, auch wenn es uns schwer fällt, auf Gott zu vertrauen. Den Karfreitag bewusst zu erleben, konfrontiert uns mit dem Tod. Konfrontiert uns mit unserer Vergänglichkeit, auch wenn wir dies gerne von uns wegschieben.
Umso mehr können und dürfen wir Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, feiern. Wer auf Gott vertraut, wird nicht ohnmächtig dem Tod gegenüberstehen, sondern hat Anteil an der Auferstehung Jesu.
Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.
Ihr Gemeindereferent Frank Schien

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