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Angedacht vom 20.11.2017

Gott hat geheilt
„Er hat alles gut gemacht!“ Dies sagen die Menschen, die Jesus, der bei der Heilung eines Taubstummen dessen Ohren öffnet, erleben (Mk. 7,31-37).
Am eigenen Leib hat dieser Taubstumme die Kraft und die Macht Gottes erlebt. Er kann sagen: „Gott hat geheilt!“
Es gibt sicherlich einige unter Ihnen, die diese Macht und diese Kraft Gottes auch schon einmal oder öfters verspürt haben. Sie muss nicht deutlich sein. Gott kommuniziert ganz verschiedenartig mit uns. Vom brausenden Sturm, im brennenden Dornbusch bis hin zum sanften Säuseln.
Nicht immer nehmen wir Gott wahr, sei es wegen unserer alltäglichen Hektik, dem Lautstärkepegel um uns herum oder auch wegen unserer Verschlossenheit. Vielleicht bekommen wir auch erst im Nachhinein eine Ahnung davon, dass Gott bei uns war und uns begleitet hat.
Manche von Ihnen erleben aber auch das Gegenteil:
Wie viele von uns sind enttäuscht von Gott?

Angedacht vom 06.11.2017

Freiheit
Die letzten Tage und Wochen ist das Wort „Freiheit“ überall präsent! Für die Freiheit, für unsere Freiheit wird demonstriert. Die Pressefreiheit wird bestärkt, ebenso die Meinungsfreiheit.
Die Freiheit, die sich Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten bei uns erhoffen und sich für ihr Land wünschen, wird zum einen vorbildlich mitgetragen und unterstützt, zum anderen wird aber auch dagegen angegangen, demonstriert und protestiert.
„Freiheit“ – ein Wort, das nicht so leicht zu definieren ist. Ein Wort, das viele unterschiedliche Assoziationen in den Menschen hervorruft. Jeder verbindet andere Gedanken und Träume damit.
Was fällt Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, spontan zu dem Begriff „Freiheit“ ein?
Lassen Sie sich ruhig etwas Zeit und machen Sie sich gegebenenfalls Notizen.
Manchem von Ihnen kommt vielleicht das Bild eines Berggipfels, der weite Blick in die Ferne vor Augen. Kein Hindernis ist im Weg. Der Blick ist unbegrenzt!
Oder Sie fliegen gerade durch die Luft, nichts hindert Sie daran.
„Freiheit“ wird oft mit „Grenzenlosigkeit“ gleichgesetzt. Alles ist möglich, es gibt keine Verbote, keine Regeln, jeder kann und darf das machen was er will!
Als Eltern schrillen bei Ihnen sicherlich gleich die Alarmglocken! Kinder und Jugendliche brauchen ihre Grenzen, sie brauchen Regeln, um sich entwickeln zu können. Ganz ohne geht es nicht. Das merke ich immer wieder im Religionsunterricht. In der Schule und auch zu Hause wird aber auch deutlich, dass die Kinder und Jugendlichen diese Grenzen suchen und auch wollen.

Angedacht vom 09.10.2017

Kleines Licht
Kürzlich hörte ich über einen Mitarbeiter in einem Stuttgarter Weltkonzern die Bemerkung, dass er in seinem Betrieb nur ein „Kleines Licht“ sei. Das war durchaus negativ gemeint.
Ich arbeite ebenfalls bei einem global Prayer – pardon Player. Für mich könnte diese Bezeichnung aber sogar ein Lob bedeuten. Denn der Begriff des Lichtes wird bei meinem Arbeitgeber differenziert. Schon im Johannesevangelium, also dem Gründungstext der Kirche, ist nicht nur vom Licht die Rede- sondern vom wahren Licht. Oder auch vom Licht vom Licht. Und dies steht in einem derartigen Gegensatz zu allen Irrlichtern, dass sogar ein kleines Licht- wenn es vom wahren Licht kommt- schon erhellend sein kann. Denn es steht im Gegensatz zu der Finsternis der Welt.
Dass es dazu nicht selber gross sein muss, um gross zu wirken, kann man an folgender Geschichte erkennen.
Einst beschloss ein König dem Sohn, der es fertig brachte, eine sehr grosse Halle zu füllen, sein Königreich zu übergeben. Er hatte drei Söhne. Der erste versuchte es, indem er Holz sammeln liess, aber der Saal war viel grösser. Der Zweite versuchte es mit Heu, das Ergebnis war gleich. Der Dritte jedoch betrat die dunkle Halle mit einer kleinen Kerze- und siehe da- das Licht erfüllte den grossen Raum.

Angedacht vom 02.10.2017

Polyglott
Da in Stuttgart mir noch viele Wege unbekannt sind, muss ich bisweilen freundliche Mitmenschen nach dem Weg fragen. Und da gehe ich deduktiv vor. Schwäbisch - stuttgarterisch aussehende Menschen frage ich eher, da ich denen unterstelle, dass sie sich auskennen. Und so landete ich kürzlich bei einem Ehepaar, das in dieses Raster passte. Mann mit Bäuchle (wo kann man besser essen als bei uns), Frau im gepflegten Kleid (welche Frauen sind gepflegter als die Schwäbinnen). Als ich im Stuttgarter – Hochschwäbisch fragte, bekam ich keine Antwort. Denn das Paar stammte aus Grossbritannien und sie waren gerade hier im Urlaub. In der Nähe aber stand ein Mann aus Schwarzafrika (meinte ich jedenfalls) - der hörte auch meine Frage und der sagte: „Hanoi, des isch gar et schwer, die Stros isch glei ums Eck Sia missat blos weiter vor und dann rechts“. Bei diesem freundlichen Menschen handelte es sich nicht um einen hoch sprachbegabten Nigerianer (denn welcher Dialekt ist anspruchsvoller als der Schwäbische), sondern um einen waschechten gebürtigen Stuttgarter. Die Moral von der Geschichte ist einfach.

Angedacht vom 25.09.2017

Lebenserwartung
Sie werden sich sicher nicht darüber wundern, dass ich es immer sehr bedauernswert finde, wenn jemand seinen christlichen Glauben verliert. Dabei geht es mir nicht so sehr um die Sorge um meinen Arbeitsplatz in Zeiten schrumpfender Herden. Da die Zahl der Hirten (jedenfalls bei den Katholiken) noch viel dramatischer schrumpft, werde ich noch bis an mein Lebensende genug zu tun haben. Und genau das Lebensende war der Grund, weswegen ein mir ausserordentlich sympathischer junger Mann den Glauben verlor. Er übte ein Pflegepraktikum in einem Seniorenheim aus. Er begann dies aus Engagement für seine Mitmenschen. Aus christlicher Gesinnung. Und genau deshalb glaubt er heute nicht mehr an Gott. Jedenfalls nicht mehr an den lieben Gott (und genau an den glaube ich). Nicht nur die Pflegesituation war- infolge des Fachkräftemangels – schlimm. Sondern einfach auch die Dinge, die mit dem Lebensende manchmal einhergehen. Die tausend und mehr Möglichkeiten, die Lebensqualität zu verlieren.

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