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Angedacht vom 09.10.2017

Kleines Licht
Kürzlich hörte ich über einen Mitarbeiter in einem Stuttgarter Weltkonzern die Bemerkung, dass er in seinem Betrieb nur ein „Kleines Licht“ sei. Das war durchaus negativ gemeint.
Ich arbeite ebenfalls bei einem global Prayer – pardon Player. Für mich könnte diese Bezeichnung aber sogar ein Lob bedeuten. Denn der Begriff des Lichtes wird bei meinem Arbeitgeber differenziert. Schon im Johannesevangelium, also dem Gründungstext der Kirche, ist nicht nur vom Licht die Rede- sondern vom wahren Licht. Oder auch vom Licht vom Licht. Und dies steht in einem derartigen Gegensatz zu allen Irrlichtern, dass sogar ein kleines Licht- wenn es vom wahren Licht kommt- schon erhellend sein kann. Denn es steht im Gegensatz zu der Finsternis der Welt.
Dass es dazu nicht selber gross sein muss, um gross zu wirken, kann man an folgender Geschichte erkennen.
Einst beschloss ein König dem Sohn, der es fertig brachte, eine sehr grosse Halle zu füllen, sein Königreich zu übergeben. Er hatte drei Söhne. Der erste versuchte es, indem er Holz sammeln liess, aber der Saal war viel grösser. Der Zweite versuchte es mit Heu, das Ergebnis war gleich. Der Dritte jedoch betrat die dunkle Halle mit einer kleinen Kerze- und siehe da- das Licht erfüllte den grossen Raum.

Angedacht vom 02.10.2017

Polyglott
Da in Stuttgart mir noch viele Wege unbekannt sind, muss ich bisweilen freundliche Mitmenschen nach dem Weg fragen. Und da gehe ich deduktiv vor. Schwäbisch - stuttgarterisch aussehende Menschen frage ich eher, da ich denen unterstelle, dass sie sich auskennen. Und so landete ich kürzlich bei einem Ehepaar, das in dieses Raster passte. Mann mit Bäuchle (wo kann man besser essen als bei uns), Frau im gepflegten Kleid (welche Frauen sind gepflegter als die Schwäbinnen). Als ich im Stuttgarter – Hochschwäbisch fragte, bekam ich keine Antwort. Denn das Paar stammte aus Grossbritannien und sie waren gerade hier im Urlaub. In der Nähe aber stand ein Mann aus Schwarzafrika (meinte ich jedenfalls) - der hörte auch meine Frage und der sagte: „Hanoi, des isch gar et schwer, die Stros isch glei ums Eck Sia missat blos weiter vor und dann rechts“. Bei diesem freundlichen Menschen handelte es sich nicht um einen hoch sprachbegabten Nigerianer (denn welcher Dialekt ist anspruchsvoller als der Schwäbische), sondern um einen waschechten gebürtigen Stuttgarter. Die Moral von der Geschichte ist einfach.

Angedacht vom 25.09.2017

Lebenserwartung
Sie werden sich sicher nicht darüber wundern, dass ich es immer sehr bedauernswert finde, wenn jemand seinen christlichen Glauben verliert. Dabei geht es mir nicht so sehr um die Sorge um meinen Arbeitsplatz in Zeiten schrumpfender Herden. Da die Zahl der Hirten (jedenfalls bei den Katholiken) noch viel dramatischer schrumpft, werde ich noch bis an mein Lebensende genug zu tun haben. Und genau das Lebensende war der Grund, weswegen ein mir ausserordentlich sympathischer junger Mann den Glauben verlor. Er übte ein Pflegepraktikum in einem Seniorenheim aus. Er begann dies aus Engagement für seine Mitmenschen. Aus christlicher Gesinnung. Und genau deshalb glaubt er heute nicht mehr an Gott. Jedenfalls nicht mehr an den lieben Gott (und genau an den glaube ich). Nicht nur die Pflegesituation war- infolge des Fachkräftemangels – schlimm. Sondern einfach auch die Dinge, die mit dem Lebensende manchmal einhergehen. Die tausend und mehr Möglichkeiten, die Lebensqualität zu verlieren.

Angedacht vom 18.09.2017

Fingerkreisel
Das ist es, was Kinder- manchmal auch Jugendliche neuerdings in der Hand haben- wenn sie nicht ein I-Phone in derselben halten. Auch heisst er eigentlich nicht Fingerkreisel, sondern, fidget – spinner. Das klingt wahrscheinlich verkaufswirksamer- obwohl dieses Wort eigentlich wörtlich übersetzt so etwas wie „Durchgedrehter Zappelphilipp“ heisst, was ich wiederum nicht so schön finde. Doch im Gegensatz zu dieser Bezeichnung soll er beruhigend, konzentrationsfördernd und feinmechanisch – fördernd wirken- so sagen es jedenfalls die Hersteller. Ob sie Recht haben, will ich nicht beantworten. Ich denke, dass dieses Spielzeug in aller Munde- oder in allen Kinderhänden sein wird, bevor ihn dasselbe Schicksal ereilt, wie den Zauberwürfel in den achtziger Jahren. Aber bevor es soweit ist – und das kann noch ein paar Monate dauern- lade ich Sie ein zu einer erbaulichen Betrachtung seiner Anatomie. Der ursprüngliche- „klassische“ fidget spinner besteht ja aus einer kreisrunden Mitte. Diese kann zwischen Daumen und Zeige- oder Mittelfinger gelegt und dann beschleunigt werden. Durch drei weitere Kreise, die rund um die Mitte angebracht sind, hat das Spielzeug, wenn es rotiert, seine Stabilität. Und geübte Spieler/innen können dann einige Kunststücke damit vorführen.

Angedacht vom 11.09.2017

 

Komfortzone

 

Was gibt es Schöneres, als beim wohlverdienten Feierabend auf dem Sofa zu sitzen, etwas Gutes zu knabbern, etwas Besseres zu trinken, gepflegte Musik zu hören und eine schöne Zeitschrift zu lesen? Doch kürzlich stieß mir das, was in der Zeitschrift stand, heftig auf. Denn darin stand geschrieben: „Sind Sie jenseits der Fünfzig? Dann verlassen Sie augenblicklich die Komfortzone- sonst setzt der Verfall noch viel früher ein!“ Und da ging mir auf: ich saß mittendrin- in der Komfortzone. Denn ich hätte mich- es war ein sonniger Abend- statt auf das Sofa aufs Fahrrad schwingen können. Und noch Schlimmer: Mein oberster Chef (also nur der auf Erden- Gott sei Dank), predigt seinen Bischöfen und Priestern ununterbrochen nichts anderes: „Verlasst die Komfortzonen“. Natürlich meinen der Papst und der Redakteur der Zeitung etwas anderes und die Begründung dafür ist eine andere, aber in der Richtung sind sie gleich.

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