Hauffweg 7
73630 Remshalden-Grunbach 
 
Telefon: 07151/72514
Fax: 07151/71535
 eMail: StMichael.Remshalden@drs.de

Angedacht vom 17.07.2017

Lidl lohnt sich
Wo kann man die besten Gebete finden? Sicher- in der Bibel. Oder auch in Gebetbüchern. Oder durch die Betrachtung der Schöpfung.
Aber es gibt auch andere Orte- zum Beispiel den Discounter.
Als ich kürzlich dort war, ergriff ich, da ich viele Waren hatte, eine Papiereinkaufstüte. Und als ich den Aufdruck las, war ich sehr erbaut und ergriffen. Denn auf ihr stand geschrieben:
Trage mich- Doch Einfach- mehrfach-mehrfach-mehrfach-mehrfach
Ich denke nicht, dass die Texter damit einen religiösen Text verfassen wollten. Eher wahrscheinlich ist es, dass sie den Kunden/die Kundin dazu aufrufen wollten, die Einkaufstüte mehrfach zu nützen.

Angedacht vom 10.07.2017

Lichthupe
Dieses Zeichen habe ich früher ausschließlich negativ erlebt. Zum Beispiel auf der Autobahn, wenn ein rasender Drängler gefährlich nahe auffährt und die Lichthupe einsetzt. Seitdem ich in Stuttgart lebe, habe ich eine weit freundlichere Bedeutung dieses Zeichens erlebt. Manche Straßen sind so zugeparkt und deshalb so eng, dass man gar nicht beide Fahrspuren gebrauchen kann. Um aneinander vorbei zu kommen, muss ein/e Fahrer/in zu einer Lücke ausweichen, wo gerade nicht geparkt wird. Und um dies – die freie Bahn- zu signalisieren, setzen er oder sie die Lichthupe ein. Das entgegenkommende Auto hat dann freie Bahn. Die Lichthupe ist dann eine sympathische Einladung.
Für den Königsberger Philosophen Immanuel Kant ist die Höflichkeit „die Verwirklichung der Idee des Schönen im zwischenmenschlichen Bereich“. Und für den Kirchenvater Augustinus ist die Schönheit „der Glanz des Wahren.“ Also eine Eigenschaft, die zum Wahren und damit zu Gott hinführt. Als „Animal Soziale“ als soziales Wesen, wie Aristoteles den Menschen beschreibt, ist ihm Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit zutiefst zugrunde gelegt. Und demnach ist das Ideal der Stoiker „Gemäß der Natur zu leben“ eine Einladung zur Freundlichkeit. Und gerade die Christen/innen sollen die Güte und die Menschenfreundlichkeit Gottes wiederspiegeln (Titus 3,4).

Angedacht vom 03.07.2017

Einbruch
Nicht wenig erschrocken bin ich kürzlich, als ich merkte, dass ich ein Fenster im Erdgeschoß über Nacht offenstehen ließ. Aufgrund der warmen Tage habe ich abends gelüftet. Und dann das Schließen zur Nacht vergessen. Eine ideale Einladung an Einbrecher. Ich habe mir fest vorgenommen, diesen Fehler nicht wieder zu begehen. Lieber schwitzen aufgrund der Hitze anstatt aus Furcht vor ungebetenen Gästen. Einbrüche sind ein Problem. Die Aufklärungsrate liegt gerade mal bei 20 %. Auch wenn der Bundestag die Strafen für Wohnungseinbrüche erhöht hat gilt: Vorbeugen ist besser als den Schaden beheben zu müssen. Also: Wachsamkeit ist oberstes Gebot.
Um einen Einbruch geht es auch in der Bibel. Im Matthäusevangelium in der Offenbarung bezeichnet sich Jesus selbst als einen, der wie ein Einbrecher, wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Und auch Paulus warnt seine Gemeinde in Tessalonich davor. Es gilt also, wachsam zu sein. Auch und gerade in dieser Hinsicht. Es wäre auch zu blöd, die wichtigste Begegnung zu verschlafen. Sie Bibel mahnt zur Wachsamkeit. Dazu, das Unwahrscheinlich scheinende fest einzuplanen. Zugleich gibt es auch eine gute Verheißung. Die wachen Knechte werden dann vom Einbrecher, der eigentlich der wahre Herr des Hauses ist, fürstlich belohnt.

Angedacht vom 05.06.2017

Spiritstorm
Ein Gespenst geht um im Internet. Es ist das Gespenst des Shitstorms. Was mich entsetzt und auch bedrückt ist die Heftigkeit, mit der Menschen beleidigt werden. Das Internet gleicht hier einer Toilette - leider einer Ungeputzten. Ich stimme mit manchen Meinungen, die es gibt, überein. Manche teile ich nicht. Doch das gibt mir nicht das Recht andere Menschen zu beleidigen. Doch was ist der tiefere Grund dafür, dass Menschen manchmal so auffällig ausfällig werden? Ich denke, das ist wie mit dem Schlagen. Kinder, die geschlagen werden, schlagen später selber. Die Verletzung wird nach außen getragen. Also ist Heilung angesagt. Vielleicht wird mir eine/r erwidern: nicht Heilung, sondern strengere Kontrolle der Massenmedien. Oder einfach eine bessere Kinderstube. Das ist auch richtig, beseitigt aber das Übel nicht an der Wurzel - nein eine gründliche Reinigung muss her.

Angedacht vom 08.05.2017

Einweg Mehrweg Der Weg

Einweg ist out. Wir wollen ja den Müll verhindern. Die Ressourcen schonen. Die Umwelt schützen. Die Schöpfung achten. Mit den Dingen achtsam und wertschätzend umgehen. Leider sieht aber unser Leben aus wie ein Einweg. Wir werden geboren. Entwickeln uns. Und altern. Der Friedhof scheint ein Einwegort zu sein. Das Leben scheint hier an einer unwiederbringlichen Sackgasse zu stecken. Im Hinblick auf die Endlichkeit des Lebens singt der Dichter Biermann die Frage hinaus in die Welt: „Soll das alles gewesen sein? Das bisschen Sonnenschein, das bisschen Kinderschrein.. “ Die Philosophen bezeichnen die Unersättlichkeit der Seele als „capax infiniti“- als Umfassen der Ewigkeit.
Mehrweg ist angesagt: Die Dinge werden recycelt. Manche Menschen haben den Glauben, dass sie wiedergeboren werden - die großen Religionen des Buddhismus und des Hinduismus lehren das. Und auch im Westen ist dieser Gedanke attraktiv geworden.
Ostern lehrt etwas anderes. Ein Weg ist Christus gegangen. Wie Einweg wurde er misshandelt. Weggeworfen ins Grab. Eilig verscharrt. Einen Kreuzweg ist er gegangen. Und alle dachten: das war es auch schon.

© 2017 chimarketing.de - All Rights Reserved.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
zur Datenschutzerklärung Verstanden Ablehnen