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Angedacht vom 03.07.2017

Einbruch
Nicht wenig erschrocken bin ich kürzlich, als ich merkte, dass ich ein Fenster im Erdgeschoß über Nacht offenstehen ließ. Aufgrund der warmen Tage habe ich abends gelüftet. Und dann das Schließen zur Nacht vergessen. Eine ideale Einladung an Einbrecher. Ich habe mir fest vorgenommen, diesen Fehler nicht wieder zu begehen. Lieber schwitzen aufgrund der Hitze anstatt aus Furcht vor ungebetenen Gästen. Einbrüche sind ein Problem. Die Aufklärungsrate liegt gerade mal bei 20 %. Auch wenn der Bundestag die Strafen für Wohnungseinbrüche erhöht hat gilt: Vorbeugen ist besser als den Schaden beheben zu müssen. Also: Wachsamkeit ist oberstes Gebot.
Um einen Einbruch geht es auch in der Bibel. Im Matthäusevangelium in der Offenbarung bezeichnet sich Jesus selbst als einen, der wie ein Einbrecher, wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Und auch Paulus warnt seine Gemeinde in Tessalonich davor. Es gilt also, wachsam zu sein. Auch und gerade in dieser Hinsicht. Es wäre auch zu blöd, die wichtigste Begegnung zu verschlafen. Sie Bibel mahnt zur Wachsamkeit. Dazu, das Unwahrscheinlich scheinende fest einzuplanen. Zugleich gibt es auch eine gute Verheißung. Die wachen Knechte werden dann vom Einbrecher, der eigentlich der wahre Herr des Hauses ist, fürstlich belohnt.

Angedacht vom 05.06.2017

Spiritstorm
Ein Gespenst geht um im Internet. Es ist das Gespenst des Shitstorms. Was mich entsetzt und auch bedrückt ist die Heftigkeit, mit der Menschen beleidigt werden. Das Internet gleicht hier einer Toilette - leider einer Ungeputzten. Ich stimme mit manchen Meinungen, die es gibt, überein. Manche teile ich nicht. Doch das gibt mir nicht das Recht andere Menschen zu beleidigen. Doch was ist der tiefere Grund dafür, dass Menschen manchmal so auffällig ausfällig werden? Ich denke, das ist wie mit dem Schlagen. Kinder, die geschlagen werden, schlagen später selber. Die Verletzung wird nach außen getragen. Also ist Heilung angesagt. Vielleicht wird mir eine/r erwidern: nicht Heilung, sondern strengere Kontrolle der Massenmedien. Oder einfach eine bessere Kinderstube. Das ist auch richtig, beseitigt aber das Übel nicht an der Wurzel - nein eine gründliche Reinigung muss her.

Angedacht vom 08.05.2017

Einweg Mehrweg Der Weg

Einweg ist out. Wir wollen ja den Müll verhindern. Die Ressourcen schonen. Die Umwelt schützen. Die Schöpfung achten. Mit den Dingen achtsam und wertschätzend umgehen. Leider sieht aber unser Leben aus wie ein Einweg. Wir werden geboren. Entwickeln uns. Und altern. Der Friedhof scheint ein Einwegort zu sein. Das Leben scheint hier an einer unwiederbringlichen Sackgasse zu stecken. Im Hinblick auf die Endlichkeit des Lebens singt der Dichter Biermann die Frage hinaus in die Welt: „Soll das alles gewesen sein? Das bisschen Sonnenschein, das bisschen Kinderschrein.. “ Die Philosophen bezeichnen die Unersättlichkeit der Seele als „capax infiniti“- als Umfassen der Ewigkeit.
Mehrweg ist angesagt: Die Dinge werden recycelt. Manche Menschen haben den Glauben, dass sie wiedergeboren werden - die großen Religionen des Buddhismus und des Hinduismus lehren das. Und auch im Westen ist dieser Gedanke attraktiv geworden.
Ostern lehrt etwas anderes. Ein Weg ist Christus gegangen. Wie Einweg wurde er misshandelt. Weggeworfen ins Grab. Eilig verscharrt. Einen Kreuzweg ist er gegangen. Und alle dachten: das war es auch schon.

Angedacht vom 01.05.2017

ÜBER-Leben
Überleben bedeutet viel. Wenn man auf der Flucht ist. Oder in der Intensivstation eines Krankenhauses. Oder an unsicheren Orten, wo Mord und Totschlag herrschen.
Wir sind ja hier im freien Westen mit Sicherheit gesegnet. Die meisten oben genannten Szenarien treffen meistens nicht zu. Manchmal sind Menschen hier Überdrüssig. Gelangweilt. Oder frustriert. Das Leben läuft in den immer selben Bahnen ab. Was eigentlich nicht schlecht ist, wenn man es mit den Lebensbedingungen an anderen Orten dieser Welt vergleicht. Für einen richtig Hungernden ist ein Stück Brot schon der halbe Himmel. Für einen Satten ist es nicht einmal ein Rostbraten mit einem guten Rotwein.
Vielerorts forschen jetzt Wissenschaftler, wie sie das Leben verlängern können. Mit herkömmlichen Mitteln, wie man zum Beispiel gesund lebt. Und auch mit besonderen Methoden, wie man den Zellen das Altern abgewöhnt- und/oder ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu regenerieren.

Angedacht vom 17.04.2017

Über- Welt- igen
Wir werden bisweilen überwältigt. Von guten oder leidvollen Eindrücken. Von Freud und Leid. Überwältigt von dem, was unsere Vorstellungen oder unsere Kräfte übersteigen. Manchmal lassen wir unseren Tränen freien Lauf. Den Freuden- oder den Trauertränen. Überwältigen- das steckt schon im Begriff drin- hat etwas mit Gewalt zu tun. Es gibt etwas, das stärker ist als wir selbst. Überwältigen vom Schönen, Wahren und Guten lassen wir uns gerne. Von der Herrlichkeit der Natur, ihrer Gewalt. Von der Freude über die Hilfe unserer Freunde. Denn da ahnen wir etwas von dem, das größer ist als alles sonst Bekannte und Erlebte.

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