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Angedacht vom 10.04.2017

Nur Geduld
Es ist sicher, dass es die Türkei in zehn Jahren nicht mehr geben wird. Es ist sicher, dass Großbritannien verarmen wird. Es ist klar, dass die USA schwächer werden wird. Ungeduld ist die Ursache.
Politische Prognosen gehören eigentlich nicht zu einer Seite, die christliche Verkündigung zum Gegenstand und Ziel haben.
Dennoch habe ich mit diesen Zeilen begonnen, weil sie geradezu eine Steilvorlage sind, um die Wichtigkeit einer Tugend zu demonstrieren, um die es mir heute geht: die Geduld. Oder wie ein chinesisches Sprichwort sagt: „Im Zorn zerstörst Du Dinge in fünf Minuten, die Du in fünf Jahren mühsam wieder aufbauen musst“. Die Geduld ist eine Tugend, über die ich gut predigen kann. In der Praxis ist sie für mich schwer.

Angedacht vom 03.04.2017

Be- Geistert- dienen
In der vergangenen Woche traf ich einen jungen Mann, den ich vor vielen Jahren in der Realschule unterrichten durfte. Ich konnte mich deshalb noch so gut an ihn erinnern, weil er das hatte, was man „soziale Kompetenz“ nennt. Er war ein Schüler, der rücksichtsvoll war und sich für die Mitschüler eingesetzt hatte. So fragte ich ihn, was er denn jetzt beruflich macht und wie es ihm gehe. Da erfuhr ich, dass er recht glücklich ist und zufrieden als Altenpfleger arbeiten würde. Und ich wünschte ihm weiterhin Gottes Segen und mir insgeheim, dass ich einmal als alter Mensch – falls es nötig sein wird- ebenso einen freundlichen Pfleger oder eine Pflegerin bekomme. Nachmittags hielt ich einen Gottesdienst in einem der Pflegeheime meiner Pfarreien und war wieder begeistert. Dieses Mal von indischen Ordensschwestern, die sich liebevoll und kompetent um die Menschen dort kümmerten. Sie taten das, weil sie in den Alten Christus erkennen und ihm dienen.

Angedacht vom 27.03.2017

D Natur braucht‘s
Wenn eine/r ein harmloses Gesprächsthema anschlagen will, dann beginnt er/sie am besten mit dem Wetter. Das eignet sich besonders, wenn das Wetter sich ändert. Nach langer Zeit hat es wieder ausgiebig geregnet. Und so hörte ich – als ich die Gespräche meiner Mitmenschen angehört hatte- sehr oft dieses Wort „D‘ Natur braucht‘s“. Und bemerkenswert war dabei, dass sich deshalb niemand über das nasskalte Wetter beschwert hat. Dass die Natur den Regen dringend gebraucht hatte, sah man an den staubigen Böden, dem niedrigen Wasserpegel des Neckars und nicht zuletzt auch an dem andauernden Feinstaubalarm. Es war ja schon die Sorge da, dass wir – aufgrund des Klimawandels- eine wüstenähnliche Niederschlagsmenge bekommen würden. Und auch ich- der ich nicht unbedingt Freude daran habe bei Regen unterwegs zu sein, meckerte nicht. Vielmehr freute ich mich für die Natur. Und so betete ich mit einem Gebet unserer jüdischen Geschwister- mitten im Regen: „Gepriesen bist Du Herr unser Gott tausendmal für jeden einzelnen Wassertropfen in Ewigkeit Amen.“

Angedacht vom 20.03.2017

Lauschangriff
Ich hege Bewunderung für die Geheimdienste. Denn sie haben eine Eigenschaft, um die ich mich sehr bemühe- manchmal auch vergebens: die Geduld. Stellen Sie sich vor: Sie arbeiten bei der NSA. Und Sie müssen unsere Bundeskanzlerin abhören. Das ist mühsam, weil die Kanzlerin natürlich vom BND abgeschirmt wird. Da muss man technische Hürden überwinden. Störsender umgehen, Rechner hacken. Um bei dieser Arbeit ist ganz wenig James Bond dabei, aber ganz viel angewandte Mathematik. Und wenn Ihnen der große Clou gelingt und wenn Sie die mächtigste Frau der Welt angezapft haben, dann kann es sein, dass Sie Dinge erfahren, die womöglich die „Bild“ Zeitung auch schon ohne große Recherche weiß. Dass Frau Merkel Kartoffelsalat liebt. Und diese Nachricht ist ja nicht weltbewegend. Denn auch große Frauen und Männer haben bisweilen einen unspektakulären Appetit. Also: Sie haben mehrere Wochen, Tage und Nächte mit Überwachen verbracht. Literweise Kaffee getrunken. Und Millionen Rechnungen ausführen lassen. Und die große Nachricht besteht vielleicht in einem Telefonanruf von Frau Merkel an Herrn Sauer – ihren Ehemann- wo sie sagt: „ Schatz komme heute etwas später. Erdogan nervt mal wieder. Kaufst Du uns Kartoffelsalat ein.“ Und vielleicht hat just in dem Moment jemand vom militärischen Abschirmdienst gemerkt, dass Sie lauschen und die Verbindung wieder unterbrochen. Dann müssen Sie mit Ihren Erkenntnissen zu Ihrem Führungsoffizier und ihm berichten, dass unsere Kanzlerin Kartoffelsalat sehr und Erdogan wenig mag (ist ja auch zur Zeit ungenießbar).

Angedacht vom 13.03.2017

Ent- Feind- ung
Zwei Hunde verliefen sich einst auf einem Jahrmarkt. Da kamen sie an ein Gebäude, das beide interessierte. Der eine lief zuerst hinein, der andere wartete. Da hörte man ein Knurren, bellen und Gewinsel, dass es einem ganz wind und weh werden kann. Dann kam der Hund heraus. Ganz erschöpft und ausgelaugt. Dann ging der andere hinein. Und siehe da. Es war ein fröhliches Kläffen zu hören. Und auch dieser Hund kam heraus. Fröhlich und schwanzwedelnd. Und: In was für einem seltsamen Gebäude waren die Beiden? Selbstverständlich: es war ein Spiegelkabinett.
Selbstverständlich ist diese Geschichte frei erfunden und hypothetisch. Aber sie ist dennoch wahr. Vielleicht nicht sosehr bei den Hunden als vielmehr bei ihren zweibeinigen- entfernten- Verwandten. Entfernt verwandt, weil der Mensch beachtlich klüger ist, verwandt, weil so manches am Verhalten ähnlich ist.

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