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Angedacht vom 14.11.2016

Treuepunkte
Die Kassiererin sah mich entgeistert an. Die Schlange wurde länger. Aber im Grunde war sie ja selbst schuld- oder auch der EDEKA Konzern (bei dem ich mich ausdrücklich entschuldigen will, da er durch mein Warten mit der Antwort an Gewinn verloren hatte). Die Frage, die nicht besser von meinem geschätzten Beichtvater hätte kommen können, lautete: „Sammeln Sie Treuepunkte?“ Ich war zuvor gedanklich woanders. Deshalb brauchte meine Antwort so lange. Ich war beim Römerbrief (Vielleicht nicht der geeignetste Ort im Supermarkt- doch sind viele geniale Videoclips von EDEKA voll von- wie ich meine- christlichen Anspielungen.) Ja jedenfalls heißt es im Römerbrief: „und Abraham glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“ (Römer 4,9/Genesis 15,6). Ich fragte mich, ob das auch so was wie ein Treuepunkt war. Ein ganz dicker- so wie wenn einer den ganzen EDEKA leer kauft. Denn Gott- der Herr – sagte zu Abraham lauter unmögliche Dinge (Alter Mann, der viele Kinder bekommt)– und verlangte noch unmöglichere Dinge (Zieh weg als alter Mann- opfere Deinen Sohn). Und Abraham glaubte Gott- und das wurde in der himmlischen Zentrale mit ganz vielen Treuepunkten angerechnet. Die Augen der Kassiererin wurden – ob meines langen Wartens- immer runder. Aber wie konnte ich ob dieser schwerwiegenden Frage so einfach antworten. Was hätte sie gesagt, wenn ich gesagt hätte: „Ja, denn ich habe mich, um Jesus als Priester dienen zu können für den biblisch nicht begründbaren Pflichtzölibat entschieden“. Aber vielleicht war die Frau an der Kasse evangelisch, freikirchlich oder gar eine Muslimin - wie hätte sie mir überhaupt folgen können? Und ist diese Tat überhaupt ein Treupunkt- denn ich habe ja nur durch Gottes Gnade durchgehalten. Was hätten Sie gesagt- wenn sie beim Einkauf an den Römerbrief gedacht hätten und deshalb auf dem falschen Fuß erwischt worden wären? Endlich kamen mir- gewissermaßen als himmlische Souffleure – die Gedanken meiner evangelischen Geschwister zu Hilfe. Und so antwortete ich: „Ich brauch keine Treuepunkte. Ich bin auch so treu.“ Mit Gottes Hilfe- aber das sagte ich nicht laut.
Es grüßt Sie Ihr himmlischer Zauderer
Ludwig-F. Mattes

Angedacht vom 07.11.2016

Horrorclown
Eigentlich dachte ich, der Spuk sei vorüber. Seit Halloween waren zwei Wochen vergangen. Doch geht er jetzt richtig los?
Mit der Präsidentschaft des „konservativen“ Bewerbers? Können die Amerikaner gar nicht genug kriegen- vom Halloween- und führen sie ihn jetzt das ganze Jahr durch? Haben die denn gar nichts von den Deutschen gelernt. Von deren Kobold? Der zwölf Jahre Deutschland und die Welt in Schrecken hielt?
Doch ist die Welt auch nicht geheuer- so denk daran, der Vater ist am Steuer! Zum Ende des Kirchenjahres feiern wir Christkönig. Und wie könnte dieses Fest- das von der katholischen Kirche in dunkelster Zeit eingeführt wurde- nicht heller leuchten als gerade in dunklen Zeiten?

Angedacht vom 31.10.,2016

Verteidigen geht nur gemeinsam

Eine knappe Woche nach dem Dresden-Debakel des VfB las ich diese Überschrift in der Zeitung. Und ich kann da nur zustimmen. Wenn man alleine spielt, dann ist das bei einer Mannschaftssportart wie dem Fußball keine so gute Idee. Selbst gute Spieler, wie sie der VfB zweifellos besitzt, haben nicht die Spur einer Chance, wenn jeder nur für sich selbst spielt. Eigentlich klar. Daher dachte ich mir, dass es dieser Überschrift gar nicht bedurft hätte. Ihr Wahrheitsgehalt ist derart groß, dass die Zeitung auch hätte schreiben können: Die Erde ist keine Scheibe- oder- das Rad hat keine Ecken. Als ich daher daselbst solcherart in Spott und Häme über den armen VfB schwelgte, da kam mein guter Schutzengel daher und sagte: „Alter- fass Dich mal selbst an der Nase.“ Zunächst war ich erstaunt. Danach tief beschämt und belehrt. Denn gegen die Kirche spielt der VfB ja wie der 1. FC Bayern. Denn über die Jahrhunderte hat die Kirche ein Abwehrproblem. Ja es ist sogar so: anstatt sich auf den Gegner zu konzentrieren, versohlt sich die Hintermannschaft des 1. FC Kirche gegenseitig. Und das Tor (zur Hölle) steht weit offen wie ein Scheunentor. Der Abstieg in die zweite Liga ist schon lange geschehen. Es droht die Kreisklasse der vollkommenen Bedeutungslosigkeit.

Und daher muss ich doch meine Zeitung loben. Dass sie mir auf diese Weise die Traumvorlage schickt, das Problem zu erkennen. Denn wo die Gefahr am größten ist, da wächst das Rettende auch. Und so hat unser Cheftrainer- der Heilige Geist- seiner Mannschaft das Heilmittel gegeben: die Ökumene. Und die Erkenntnis, dass nur ständige Erneuerung hilft. Das Motto lautet: Ecclesia est semper reformanda- oder- ganz frei übersetzt- enorm in Form durch Gottes Geist.

So ist das Reformationsjahr eine gute Gelegenheit, die Kirche so zu denken, wie sie von Gott gewollt ist. Und dann urteilen, welche Trainingseinheiten anzugehen sind.

So wünsche ich mir, dass dereinst die Frommen auf den Rängen mit guten Gesängen- das Kirchenlied singen:
„So sehen Sieger aus“

Es grüßt Sie vom Fanblock

Ihr Ludwig-F. Mattes

Angedacht vom 24.10.2016

Reich

Gleich zu Beginn eine indiskrete Frage: sind Sie reich? Vielleicht denken Sie jetzt an Ihr Haus. Ihre Ersparnisse. Ihre Aktien. Vielleicht denken Sie auch an das Vermögen, das nicht in € und Cent zu bezeichnen ist: Ihre Gesundheit, Ihre Begabungen, Ihre Familie, Ihre Freunde und Freundinnen. Denn: was würden Ihnen selbst Milliarden nützen, wenn Sie nicht diese immateriellen Reichtümer hätten? Natürlich sind Reichtum und Armut auch relative Begriffe. Im Vergleich zu Marc Zuckerberg bin ich arm wie eine Kirchenmaus. Im Vergleich zu Kindern aus Afrika bin ich dagegen ein Krösus.

Reich hat auch eine andere Bedeutung. Man spricht von Weltreichen. Also Herrschaftsgebieten. Besonders schlimm ist es, wenn man einem falschen Weltreich anhängt. Das beweisen die grausigen Taten der sogenannten „Reichsbürger“.

Ob ich reich bin, hängt auch davon ab, wem ich gehöre, unter wessen Herrschaft ich stehe.

Jeden Tag beten die Christinnen und die Christen: „Dein Reich komme“.

Mit dieser Bitte wollen sie, dass Gottes Herrschaft anbricht.

Ich denke: diese Bitte ist so wertvoll wie nie zuvor. Gott will aber darum gebeten werden, dass seine Herrschaft kommt. Das unterscheidet IHN wohltuend von den üblichen Herrschern und Herrscherinnen.

Letztlich liegt nichts in unserer Hand. Aber die zum Gebet erhobene Hand ist mächtig. Denn Gott will die leeren Hände füllen. Trefflich und war ist es, was unser Reformator als letztes seiner Worte notierte: „Wir sind Bettler, das ist wahr.“ Zugleich sind wir unendlich reich. Wenn wir uns als Bettler und Bettlerinnen unendlich bereichern lassen.

Es grüßt Sie daher Ihr Bettler und König

Ludwig –F. Mattes

Angedacht vom 17.10.2016

Knocking on heavens door
Vor vielen Jahren kam einmal in Japan ein Einheimischer zum Missionar. Er wollte sich taufen lassen. Und wie bei Erwachsenentaufen üblich, wurde er vom Missionar gefragt, was die Gründe für seinen Wunsch seien. Der Japaner antwortete: „Ich habe Bach gehört“. Bach ist ein genialer Musiker. Aber im Grunde ist er- für viele der fünfte Evangelist.

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