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Seelsorgeeinheit 3 im Dekanat Rems-Murr

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Die Seelsorgeeinheit ist ein Verbund der 4 Pfarreien

Durch den zunehmenden Priestermangel ist die Diözese gezwungen, Seelsorgeeinheiten einzurichten, d.h. mehrere Kirchengemeinden werden durch einen Pfarrer geleitet, wobei rechtlich jede einzelne Kirchengemeinde ihre Selbständigkeit mit eigenem Haushalt, KGR, Pfarrbüro usw behält.

Unsere Kirchengemeinde gehört zur Seelsorgeeinheit:

          Beutelsbach, Endersbach, Kernen und Remshalden

Die Administration für die Kirchengemeinde Beutelsbach liegt bei der Pfarrei Remshalden, die für die Kirchengemeinde Endersbach bei der Pfarrei Kernen.

Herr Dieter Krbecek wurde im Mai 1998 in Rottenburg zum Diakon geweiht und war seither nebenberuflich in der Kirchengemeinde Heilig Kreuz Kernen tätig. Seit Anfang des Jahres 2007 ist er hauptberuflich in unserer Seelsorgeeinheit eingesetzt. Wir sind sehr dankbar und freuen uns über seine Mitarbeit!

Herr Martin Fischer wurde am 29.06.2014 in einem festlichen Familiengottesdienst als neuer Diakon der Sankt-Anna-Gemeinde Beutelsbach in sein Amt eingeführt. Die Diakonweihe war am 07.06.2014 in Untermarchtal. Herr Fischer führt sein Amt als Diakon nebenberuflich aus. Wir wünschen ihm für seine neue Tätigkeit in unserer Seelsorgeeinheit Gottes Segen!

Informationen zur Seelsorgeeinheit

Oft werde ich gefragt: „Herr Pfarrer, was ist eigentlich eine Seelsorgeeinheit". Und „was bringt die Seelsorgeeinheit für unsere Pfarrei?".
In den kommenden Zeilen werde ich auf obige Fragen eingehen.

1. Seelsorgeeinheit - wie sie zustande kam.
   In der deutschen und der westeuropäischen Kirche macht sich schon seit langer Zeit ein Mangel an Priestern    
   bemerkbar. Zugleich sinkt in Deutschland auch das Kirchensteueraufkommen. Viele Jahre verloren wir in   
   unserer Diözese Katholiken in der Größenordnung einer mittleren Pfarrei. Zugleich werden viel zu wenig Kinder  
   geboren und getauft. Auch kommen viele ehemalige Kirchensteuerzahler jetzt in die Rente bzw. Pension. So   
   zeigt sich: Mittelfristig müssen wir mit viel weniger Priestern, Katholiken und Finanzen auskommen. Wir haben
   etwa tausend Pfarreien in unserer Diözese. Aber nur vierhundert Pfarrer. Tendenz fallend. Denn die Jahrgänge,
   die stark waren, gehen jetzt in die Pension. So ist die Situation durch einen Mangel gekenn-zeichnet. Und die
   Notwendigkeit, diesen Mangel gerecht und sinnvoll zu gestalten. Mit anderen Worten: Weil nicht mehr für jede  
   Pfarrei ein eigener Pfarrer zur Verfügung steht, müssen sich mehrere Pfarreien einen Pfarrer teilen.

   So schlossen sich in unserem Dekanat vier Pfarreien zu einer Seelsorge-einheit zusammen. Im damaligen   
   Dekanat Waiblingen bildeten sich insgesamt sieben Seelsorgeeinheiten. Unsere Seelsorgeeinheit umfasst:
   St. Anna in Beutelsbach, St. Michael in Remshalden, Heilig Kreuz in Kernen und St. Andreas in Endersbach.   
   Dies geschah bereits im Jahre 2001. Jeder Seelsorgeeinheit werden, gemessen an ihrer Größe, eine  
   bestimmte Anzahl von Mitarbeitern zugestanden. In unserer Seelsorgeeinheit sind es etwa 400%. Sie verteilen  
   sich auf die Pfarrer, die hauptamtlichen Diakone und die Gemeindereferentinnen. Konkret geplant ist für unsere
   Seelsorgeinheit, dass einmal ein leitender Pfarrer die ganze Seelsorgeeinheit leitet, dass ein anderer Priester  
   als Administrator (also als ein Priester mit dem Titel Pfarrer, jedoch ohne die Rechte und Pflichten eines  
   Pfarrers) arbeitet und weitere Mitarbeiter/innen sich die verbleibenden Prozente der Arbeit teilen.

2. Stufenweise Verwirklichung
   Natürlich wollte die Diözese diesen Zustand nicht abrupt herbeiführen. Die Pfarrerstellen, die bei der Bildung     
   der Seelsorgeeinheit besetzt waren, blieben es auch.
   So war ganz am Anfang gar nichts von ihr zu spüren. Denn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im    
   vollen Umfang in ihrem Dienst belassen. Dies änderte sich jedoch, als die Pfarrei St. Anna vakant wurde. So  
   wurde der Pfarrer von St. Michael als Pfarradministrator (leitender Pfarrer, der jedoch in der ursprünglichen  
   Pfarrei investiert war und auch blieb.) für St. Anna eingesetzt. In Endersbach blieb weiterhin ein Priester, der  
   jedoch nicht als leitender Pfarrer arbeitete. Der Pfarrer von Heilig Kreuz in Kernen wurde zum Pfarradministrator
   von Endersbach ernannt. So war zunächst nur St. Anna ohne eigenen Priester. Mit dem ersten Januar dieses  
   Jahres änderte sich die Situation durch den Wegzug des bisher in Endersbach tätigen Priesters. Dadurch  
   wurden wieder viele Änderungen notwendig. Die Sichtbarste und Augenfälligste ist, dass auch am Sonntag in  
   manchen Kirchen keine Eucharistiefeiern stattfinden werden und stattdessen Wort-Gottes-Feiern gehalten  
   werden.

3. Stärken und Schwächen der Seelsorgeeinheit.
   Eine der Stärken der Seelsorgeeinheiten ist es, dass der Mangel an Priestern und Hauptamtlichen gerecht  
   verteilt wird. Es kann sich kein Pfarrer, kein Diakon und kein hauptamtlich pastoral Tätiger mehr für nur eine  
   Gemeinde entscheiden. Es entfällt daher der Konkurrenzkampf zwischen „attraktiveren und weniger attraktiven  
   Gemeinden. Auch der Ausgleich, der zwischen den Gemeinden hergestellt wird, bedeutet, dass überall ein  
   Gemeindeleben stattfinden kann. So kann der Gedanke einer Volkskirche weiter bestehen bleiben. Der  
   Gedanke, der ebenfalls im Gange war, war ja, nur noch bestimmte Seelsorgezentren aufrecht zu erhalten.
   Auch bleiben die Gemeinden rechtlich und juristisch voneinander unabhängig. In anderen Diözesen wird  
   darüber nachgedacht, manche Gemeinden ganz zu fusionieren. Auch das Thema der Kirchenschließungen ist  
   bei uns - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - in unserer Diözese kein Thema.
   Nicht zuletzt bleibt die Diözese dennoch finanziell handlungsfähig und kann damit weiterhin ihre Aufgaben   
   erfüllen. So hat auch unser Bischof, Gebhard Fürst dem Diözesanrat versichert, immer nur einen  
   ausgeglichenen Haushalt zu unterschreiben.
   Zu den Schwächen gehört naturgemäß, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr nur in einer  
   Gemeinde präsent sind. Der Pfarrer, die Gemeindereferentin, die immer an derselben Stelle anzutreffen sind,     
   das gehört nun der Vergangenheit an. Auch bleibt viel von der Arbeitszeit buchstäblich auf der „Straße", denn
   der Weg von der einen zur anderen Pfarrei kostet Zeit. Auch kostet es viel Zeit und Nerven, die Gottesdienst-   
   pläne so zu gestalten, dass überall noch ein Gemeindeleben erhalten bleibt.

4. Chancen der Seelsorgeeinheit
   Aus der Not geboren, birgt die Seelsorgeeinheit auch Chancen. Das chinesische Wort für Krise setzt sich aus  
   zwei Schriftzeichen zusammen. Aus dem Zeichen für Gefahr, aber auch aus dem Zeichen für Chance. Eine  
   Gefahr besteht sicherlich in der Überforderung der Hauptamtlichen. Der riesige Erwartungsdruck, es trotz
   personeller Engpässe den Menschen recht zu machen, lastet auf immer weniger Schultern. Und viele
   Gemeindemitglieder fühlen sich verlassen. Ganz anders als in der „guten alten Zeit, da es noch genügend
   Pfarrer gab. Und dennoch ist es auch eine Chance. Ich sehe sie darin, dass viele engagierte Menschen in
   unserer Diözese wach geworden sind. Es ist ihnen ein Anliegen, dass der Glaube auch in der modernen
   Gesellschaft nicht verdunstet. Oder - um es in der Sprache der Diözesan-leitung auszudrücken -, dass man  
   Gott und den Menschen nahe bleibt. Sie erkennen: Wenn nicht ich die Kirche repräsentiere, wer dann? Das
   allgemeine Priestertum aller Gläubigen, das auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil berufen wurde, findet nun
   seinen Ernstfall. Mehr und mehr werden wir von der versorgten zur sorgenden Gemeinde. Viele Dienste, die
   früher nur dem Priester oder Pfarrer vorbehalten waren, sind jetzt in den Händen der Laien. Ob im
   sozialkaritativen Bereich, bei Besuchen älterer Gemeinde-mitglieder zum Geburtstag, oder auch in der  
   Verkündigungsarbeit und nicht zuletzt auch in der Liturgie. Das Wort vom allgemeinen Priestertum aller  
   Gläubigen, das Luther vehement - und zu Recht! - eingefordert hat, erfüllt sich nun in der katholischen Kirche.
   In diesem Jahr feiert unsere Diözese das Jahr der Berufung. Damit ist die Weckung der pastoralen Berufe  
   gemeint. Viele junge Menschen sind berufen zu einem Beruf in der Kirche. Auch in unserer Pfarrei gibt es in   
   diesem Sinne viele Berufene. Auch wenn es die meisten noch gar nicht wissen. Aber Berufene zum Dienst in   
   der Kirche und Gemeinde sind wir alle.  

5. Ausblick
   „Der Christ von morgen wird ein Mystiker sein, oder er wird überhaupt nicht sein." sagte Karl Rahner. Mystik   
   kommt vom griechischen myein, das bedeutet, nach der Spur suchen. Auf die Spur kommen. Auf die Spur von  
   dem Gott, der trotz und gerade in dieser Zeit durch die Zeichen der Zeit deutlich redet. Jede und jeder kann  
   etwas dafür tun, diese deutliche Sprache zu Gehör zu bringen. Denn ein „weltloser Glaube schafft eine gottlose
   Welt." (Papst Benedikt). Das zu verhindern ist unsere Berufung. Wir lassen durch unser Tun die Welt nicht
   zum Teufel gehen. Auch wenn es so aussieht (Bsp. Raubtierkapitalismus, Werteverfall, Umweltzerstörung
   etc.). Es ist nicht nur die Passion Christi, die das verhindert. Es ist auch unsere Passion. Die Passion der
   Glieder des  Leibes Christi. Geben wir der Leidenschaft nach, dass diese Welt eine Zukunft aus dem Glauben
   hat. Zünden wir eine Kerze an und jammern wir nicht über die Dunkelheit! „Die Kirche ist jung und sie ist
   schön!" (Papst Benedikt). Und vor allem: Sie hat Zukunft. Weil sie mit Gott in unverbrüchlichem Bunde steht!

   Pfarrer Ludwig-F. Mattes

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