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Kirchenchronik St. Michael

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Grunbach wird im Jahre 1142 erstmals urkundlich erwähnt. Funde von Werkzeugen weisen jedoch auf eine Besiedlung bereits in der Steinzeit hin. Auch aus der Römerzeit liegen entsprechende Beweise vor.

Es wird angenommen, daß in dem Ort bereits um das Jahr 700 oder 750 n. Chr. eine kleine Kirche stand, die dann in vor- oder frühromanischer Zeit umgebaut wurde. Ein Rest des Chorturmes wurde bei der Renovierung der evangelischen Kirche in Jahre 1964 entdeckt. Auch ein Taufstein aus der Zeit zwischen den Jahren 1150 und 1250 ist noch vorhanden. Im Jahre 1481 wurde mit dem Bau einer neuen, größeren Kirche begonnen und diese gegen Ende des Jahres 1500 vollendet. Grunbach blieb bis zur Reformation Sitz des Dekanates.

Im Jahre 1850 wird von zwei hier lebenden Katholiken berichtet. Im Jahre 1917, als die Stadtpfarrverweserei Schornddorf zur Stadtpfarrei aufstieg, wurden 26 katholische Personen von dort aus betreut. Im Jahre 1941 notiert der Schorndorfer Stadtpfarrer Georg Kramer die erste Messe in einem Grunbacher Fabrikraum. Unter den im Jahre 1946 eingewiesenen Heimatvertriebenen waren sehr viele Katholiken, die bereits in den Auffanglagern, so auch in Grunbach, Gottesdiensten beiwohnen konnten. Es war auf Dauer unmöglich, diese vielen Menschen nur von der Muttergemeinde aus zu versorgen. Deshalb war es notwendig, vier zentral gelegene Orte zum Mittelpunkt neuer Seelsorgebezirke auszuwählen: Grunbacvh, Rudersberg, Unterurbach und Welzheim. Grunbach bekam am 1. Mai 1946 als erster dieser Orte in Franz Fleischer einen Seelsorger; er war mit den Heimatvertriebenen in das Remstal gekommen. Sein Bezirk umfaßte neben Grunbach noch Geradstetten, Hebsack, Beutelsbach, Schnait sowie Aichelberg und zählte 716 Seelen, am 1. September bereits 1.462. Die Sonntagsgottesdienste konnten in einem großen Werksaal der Firma Eduard Löflund & Co. in Grunbach abgehalten werden, werktags stellte der Betrieb einen kleineren Raum zur Verfügung. Die junge Kirchengemeinde verfolgte nun das Ziel, zu einem eigenen Gottesdienstraum zu kommen. Am 22. November 1948 war dies erreicht. Der Dekan von Schwäbisch Gmünd konnte eine einfache und schlichte Notkirche, eine Baracke, benedizieren. Sie war fortan der Mittelpunkt der Gemeinde.

Es scheint eine Eigenart von Provisorien zu sein, daß sie sehr lange Bestand haben. Die Grunbacher Notkirche, der erste Neubau im Seelsorgebezirk Schorndorf nach dem Kriege, mußte bis zum Jahr 1965 ausreichen. Auch Unterurbach, wo im Jahre 1949 eine ähnliche Kirche entstand, und auch in Winterbach (1962) war dies so. Längst hatten die mitbetreuten umliegenden Gemeinden ihr endgültiges Gotteshaus, bevor die junge Muttergemeinde selbst an den Bau einer soliden Kirche denken konnte.

Doch zurück zum Kirchenleben in Grunbach. Bischof Dr. Carl Leiprecht firmte im Jahre 1949 in der Notkirche 183 Kinder. Im Jahre 1959 erhob der Bischof die Seelsorgestelle St. Michael zur ständigen Pfarrverweserei, im Jahre 1961 wurde sie Pfarrei. Der Pfarrbezirk blieb im wesentlichen wie oben angegeben. Ausgegliedert wurde Aichelberg, dafür kam die Gemeinde Buoch dazu. Im Jahre 1965 zählte das Pfarrgebiet etwa 3.300 Seelen.

Schon Ende der fünziger Jahre war der Wunsch nach einem neuen Gotteshaus laut geworden. Zunächst dachte man daran, die Kirche zwischen Grunbach und Geradstetten für beide Orte gemeinsam zu errichten, was aber die Katholiken in Geradstetten ablehnten. Im Jahre 1959 erwarb die Kirchengemeinde ein günstig gelegenes Grundstück, das die bürgerliche Gemeinde anbot und im gleichen Jahre war auch der Platzsuche in Grunbach Erfolg beschieden. Damit war klar, daß der Kirchbau in Grunbach zunächst warten mußte. Baubeginn war schließlich im Jahre 1963 und die Kirchweihe am 7. März 1965. Der Neubau mit 400 Sitzplätzen hat eine geknickte Giebelfront, die wie ein Schiffsbug in das Tal vorstößt. Die Wirkung der Außenansicht wird durch den Turm mit seinen drei Spitzen gesteigert. Der Grunriß des Kirchenschiffes ist ein zum Sechseck abgewandeltes Trapez, das sich zum Altar hin verjüngt und das Geschehen im Raum auf die Opferstelle konzentriert. Helligkeit erfüllt die Kirche und bezeugt, "Gott ist Licht". Die Kirche St. Michael wurde von dem Jahre 1991 an gründlich renoviert. Der Altarraum ist neu gestaltet, eine neue Orgel installiert, und die Brüstung der Orgelempore schmückt ein sehenswerter Engelzyklus. Auch der Betonturm ist inzwischen saniert.

Pfarrer Franz Fleischer, der im Jahre 1946 die Seelsorgestelle übernahm, hat unermüdlich am Aufbau der Gemeinde gearbeitet. Er leitete die Kirchbauten in Beutelsbach (1954) und Geradstetten (1959) ein. Auch den Baubeginn der Kirche an seinem Pfarrsitz konnte er noch miterleben, aber bereits vier Wochen später, am 9. April 1963, verstarb er im Alter von 49 Jahren.

Text: Gerhard Riedißer, Schorndorf
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