Angedacht - Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Kraft des Wandels

hungertuch 2021 2022

Die chilenische Künstlerin Lilian Moreno Sanchez hat das neue Hungertuch geschaffen. Der Titel „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ knüpft an Psalm 31 an. Als Grundlage ihres Bildes dienen der Künstlerin Röntgenbilder. Diese zeigen die teils gebrochenen und verdrehten Knochen und Gelenke eines Fußes, einer Ferse und eines Unterschenkels von Menschen, die im Oktober 2019 in Santiago de Chile bei Demonstrationen gegen soziale Ungleichheiten verletzt wurden. Die Staub- und Erdflecken stammen ebenso vom Ort der Proteste.  Als Untergrund verwendete sie Bettlaken aus einem Krankenhaus und dem Kloster Beuerberg nahe München, um die körperlichen und seelisch-spirituellen Aspekte von Krankheit und Heilung anzusprechen. Die Künstlerin will auf den Lauf durch das Leben und die Verletzlichkeit von Menschen und Systemen verweisen.

 Die Pandemie hat weltweit Opfer gefordert und der Menschheit Grenzen aufgezeigt. Sie hat uns mit unserer Verwundbarkeit konfrontiert und Gewissheiten erschüttert. Es trifft die ärmeren Länder härter als uns.

Nutzen wir das Fenster, das sich gerade öffnet, den „weiten Raum“, der sich auftut, um den Blick hin zu neuen Perspektiven und der Idee des Wandels zu öffnen. Eine andere Welt ist möglich.

Im Psalm 31 werden Erfahrungen von Krankheit, Einsamkeit, Unterdrückung und Verzweiflung verarbeitet. Die Menschen haben immer Zuflucht bei Gott gesucht und gefunden. Aus der Enge der Angst blickten sie hinaus ins Weite und schöpften Kraft für einen Neubeginn.  Stehen wir für das gute Leben aller Menschen ein. Jesus wusch den Jüngern die Füße als Zeichen dafür, dass sie zu ihm gehören und als Aufforderung, in seiner Nachfolge neue Wege zu den Menschen zu finden. Stärker als in dieser Geste lässt sich die unantastbare Würde, die jedem Menschen zukommt, nicht ausdrücken. Das Hungertuch kann uns berühren. Lassen wir uns darauf ein!

Mit dem Misereor Hungertuch als zentraler Bestandteil der Fastenaktion, setzen MISEREOR und BROT FÜR DIE WELT ein ökumenisches Zeichen für die Fastenzeit 2021.

Ihr Diakon Bernd-Günter Barwitzki, ofs


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