Angedacht - Herz Jesu

In dieser Woche und an diesem Wochenende hätten wir ursprünglich das 60-jährige Jubiläum der Kirchengemeinde Herz Jesu Rommelshausen gefeiert. Coronabedingt musste dieses abgesagt werden, dafür feiern wir im kommenden Jahr den 61igsten Geburtstag etwas größer.

Vielleicht kennen Sie Jesusdarstellungen, als Gemälde oder auch als Statue, in der das Herz Jesu zu sehen ist, oftmals auch als strahlendes, glänzendes Herz. Zugegeben, ich finde einige dieser Darstellungen kitschig und ich konnte lange nichts damit anfangen, was sich bei genauerem Hinschauen und sich damit Beschäftigen geändert hat, zumindest was die Aussage anbelangt.

Das HERZ, neben der Rose das Symbol der Liebe. Bei Hochzeiten darf dieses Symbol nicht fehlen. Liebende ritzen ein Herz in einen Baum, um ihre Liebe zu bezeugen oder sie hängen ein Vorhängeschloss mit einem Herzen und ihren Namen darauf an Brückengeländern auf. Viele Beispiele fallen einem dazu ein.

Schon im Alten Testament, unter anderem im Buch Deuteronomium (5. Mose) zeigt Gott seine Liebe zum Volk Israel:
„Du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist. […] Der Herr hat euch ins Herz geschlossen und ausgewählt; […] weil der Herr euch liebt.“

In Jesus ist die Liebe Gottes sichtbar und greifbar geworden. Eine Liebe, die so weit geht, dass einer sein Leben, sein kostbarstes Gut, für den anderen hergibt. Jesus stirbt am Kreuz, für uns, damit wir den Tod nicht mehr als Bedrohung fürchten müssen, sondern der Tod nur ein Übergang zu einem neuen Leben für uns wird. Ein eindeutiges Zeichen, dass Gott uns liebt.

In diesen Zeiten, in denen alles anders ist, in denen Gott weit weg erscheint, Zweifel an Gott wachsen, kann uns das Bild vom Herz Jesu daran erinnern, dass Gott, trotz allem, was wir zur Zeit erleben müssen und nicht erleben dürfen, nahe ist, dass er für uns da ist und uns liebt.

Wer verliebt ist oder es schon einmal war, der weiß, dass das Zusammenleben mit einem geliebten Menschen, sehr schön ist, einen auch durchs Leben schweben lässt. Auch wenn die Sorgen und Nöte deshalb nicht verschwunden sind. Zu zweit gehen sich schwere Wege einfacher.

Der erste Johannesbrief bringt es auf den Punkt:

„Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott
und Gott bleibt in ihm!“

Beschenkt von Gottes Liebe, dürfen wir diese Liebe an unsere Mitmenschen um uns herum und weltweit weitergeben. Bleiben wir liebevoll miteinander verbunden und tragen wir die Last der aktuellen Zeit gemeinsam.

Liebe Grüße und bleiben Sie behütet
Ihr Frank Schien, Gemeindereferent


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