Angedacht - JA

Über seine Mutter kommt Jesus, unser Heiland, in die Welt. Die erlösende, heilende Liebe Gottes schafft sich einen Weg in unsere Geschichte, indem sie sich einen konkreten Ort „heiler Welt“ voraussetzt, um dort und dadurch zugleich bei uns anzukommen. Wenn das, wer oder was uns erlöst, zuerst und vor allem Liebe ist, dann sucht und sehnt sich Liebe nach Antwort. Liebe zwingt nicht, Liebe wirbt, Liebe verschenkt sich. Liebe erfüllt sich nur im Dialog, nur in einer vertrauensvollen Antwort.

So hat es vor über zweitausend Jahren, in einer vielfach gottvergessenen Welt, eine Frau gegeben, von Gott beschenkt und begnadet. Sie war als diejenige erwählt, die in ungebrochener, heiler Freiheit antworten konnte: Ja! „Mir geschehe nach deinem Wort“ (Lk1,38). So wurde sie das geschaffene Einfallstor der ungeschaffenen Liebe, Gottesgebärerin und der Anfang der Kirche. Mit diesem Geschehen ist die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zugleich in unsere konkrete Zeit und in unser konkretes Leben gekommen. Alle Menschen, die heute an das Angebot der Liebe Gottes glauben und persönlich Ja dazu sagen, leben vom Ja dieser Frau. Ein Ja, das tiefer, heiler, umfassender ist als ein Ja, das je zu Gott gesprochen wurde. Je mehr ein gläubiger Mensch sich in dieses Ja von Maria hineinfindet, desto heiliger wird sein Leben als Antwort auf die Liebe Gottes. Deshalb verehren so viele Menschen die Mutter des Herrn, um das heilende Geheimnis dieses Ja zu erfassen.

Gerade heute finden Menschen bei ihr Zuflucht mit dem Ruf: „Oh, Maria hilf“. Nicht um die Hilfe Jesus zu ersetzen oder zu umgehen – nein - sondern um durch ihre Fürbitte, durch ihr unterstützendes, tragendes Ja, näher zum Herrn zu finden, um sich tiefer mit ihm zu verbinden. So erfahren Menschen Heilung.

So schenke der Herr Ihnen den langen Atem in dieser Zeit, um Ja sagen zu können zur heilenden Liebe Gottes.

Ihr Diakon Bernd-Günter M. Barwitzki, ofs


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