Impuls der Woche - „Il Signore ti dia Pace!” – „Der Herr schenke dir Frieden“

„Il Signore ti dia Pace!” – „Der Herr schenke dir Frieden“

Dieser Gruß zum Gedenktag des hl. Franziskus am 4. Oktober gilt allen Menschen.

Es steht schlecht um die Glaubwürdigkeit der Kirche im ausgehenden 12. Jahrhundert. Dem reichen Tuchhändler Pietro Bernadone und seiner französischen Ehefrau Johanna Pica wird 1182 ein Sohn geboren, der den Taufnamen Giovanni erhält. Bald wird er aber nur noch Francesco (das Französlein) gerufen.

 

Franziskus

Foto:IBB 2015

Das Fresko zeigt Franziskus mit dem Evangelienbuch in der Hand und den Stigmata.

Sie verweisen auf seine Botschaft: Wer nach dem Evangelium lebt, durch den wird Christus gegenwärtig

und sichtbar.

 

 Zu dieser Zeit ist die Kirche mehr auf weltliche Vormachtstellung bedacht, als im Geiste des Evangeliums zu handeln. In dieser Zeit wächst Franziskus als reicher Kaufmannssohn auf. Er konnte es sich leisten, rauschende Feste im Kreise seiner Freunde zu feiern. Er beginnt eine Karriere als Ritter und zieht in den Krieg zwischen Assisi und Perugia. Dabei gerät er in Gefangenschaft und erkrankt schwer. Erste Zweifel an seinem bisherigen Lebenswandel beschleichen ihn und er sucht nach dem wahren Sinn des Lebens.

Die Begegnung mit dem Aussätzigen sowie das aufmerksame Hören auf das Evangelium leiten ihn auf den Weg des Gebetes und dem Suchen und Fragen nach Gott. Es gelingt ihm, seinen Egoismus und seine Selbstzentriertheit zu überwinden.

 

Innenhof

 Foto: IBB 2015

Innenhof von der Kirche San Damiano

 

 Vom Kreuz der kleinen, baufälligen Kirche San Damiano vernimmt er eines Tages im Gebet eine Stimme: „Franziskus, geh und stelle mein Haus wieder her, – das – wie du siehst – ganz verfallen ist!“ Dieses Wort trifft ihn ins Herz. So beginnt er diese kleine Kirche wieder aufzubauen. Während dieses Prozesses der äußeren Wiederherstellung und des inneren Suchens nach Lebenserfüllung erschließt sich für Franziskus der eigentliche Sinn der Kreuzesbotschaft. Die Begegnung mit „Christus auf Augenhöhe“ (vgl. Niklaus Kuster, Martina Kreidler-Kos) zeigt ihm, dass Gott ein lebendiges Gegenüber ist, der sich in seinem Sohn zum „Armen“ gemacht hat, dessen liebende Barmherzigkeit die Menschen rufen will in die bewusste Gemeinschaft mit Jesus Christus. Er wendet sich Gott und den Menschen ganz zu.

 Sein Leben war fortan gekennzeichnet durch seine Liebe zur Armut und durch seine Hinwendung zum Evangelium, durch dessen Befolgung er in beispielloser Weise Christus immer ähnlich geworden ist. Er starb am 3. Oktober 1226 mit nur 44 Jahren.

Papst Franziskus spricht am 4. Oktober 2013 in Assisi: „Den Frieden Christi findet, wer sein Joch auf sich nimmt, nämlich sein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Dieses Joch kann man nicht mit Arroganz und Hochmut tragen, sondern nur mit Güte und Demut.“

 

Frieden und Gerechtigkeit

Das folgende Gebet ( Gotteslob 19,4) stammt aus der Normandie, wurde in den Kriegswirren des Ersten Weltkriegs geschrieben und am Beginn des Jahres 1916 im "L'Osservatore Romano", dem offiziellen Nachrichtenorgan des Vatikans, veröffentlicht. Das schlichte Gebet atmet den Geist der Bergpredigt. Ein Franziskanerpater verschaffte ihm die große Popularität, in dem er ein Andachtsbild drucken ließ, das den Heiligen zeigte und auf der Rückseite den Gebetstext wiedergab mit dem Kommentar: "Das Gebet fasst die Ideale des franziskanischen Lebens zusammen, ist aber zugleich eine Antwort auf die dringenden Nöte unserer Zeit."

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.  (aus Frankreich 1913)

PACE E BENE

Ihr Br. Konrad (Bernd-Günter Barwitzki)

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